Handschriften berühmter Werke

Großes Schott-Musikarchiv verkauft

München - Ein länderübergreifendes Konsortium hat das historische Archiv des Schott-Musikverlages für eine Millionensumme gekauft. Das ist ein Quantensprung.

Die Bayerische Staatsbibliothek freut sich über den Kauf des millionenschweren Schott-Archivs. Bibliotheksdirektor Rolf Griebel sprach am Mittwoch in München von einem „Quantensprung“ und einem „einzigartigen Quellenfundus“. „Es ist ein einmaliges Ensemble kulturellen Erbes.“

Die Bibliothek hatte das historische Archiv des Musikverlages Schott in Mainz unter anderem gemeinsam mit der Kulturstiftung der Länder und der Berliner Staatsbibliothek nach einem jahrelangen Verhandlungsmarathon seit 2008 gekauft. Allein der Bund gab den Angaben vom Mittwoch zufolge zwei Millionen Euro, ein weiterer siebenstelliger Betrag kam von einer Stiftung.

Schriften berühmter Komponisten

Der Musikverlag Schott wurde 1770 gegründet und zählt zu den ältesten noch bestehenden Musikverlagen weltweit. Er veröffentlicht beispielsweise Notensammlungen und Musik-Lehrbücher. Zu dem Archiv gehören unter anderem Handschriften, Partituren und Briefe berühmter Komponisten, darunter Ludwig van Beethoven, Frédéric Chopin, Jacques Offenbach und Carl Orff. Die Bestände gingen nicht nur nach München, sondern wurden zwischen München und Berlin aufgeteilt oder an Institutionen wie das Beethoven-Haus in Bonn gegeben. Allerdings soll das Archiv zumindest virtuell zusammenbleiben. Eine Digitalisierung der Bestände ist geplant.

Zeugnisse der Musikgeschichte

Die Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, Isabel Pfeiffer-Poensgen, sprach von „fantastischen Zeugnissen der Musikgeschichte“ und bezeichnete den länderübergreifenden Kauf des Archivs als gutes Beispiel, von dem andere Bundesländer sich eine Scheibe abschneiden könnten. „Je nördlicher wir kommen, desto schwieriger wird es manchmal“, sagte sie auch in Richtung Nordrhein-Westfalen. NRW hatte mit der Versteigerung zweier Bilder von Andy Warhol in New York den Streit um den Verkauf von Kunst angeheizt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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