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Günther Maria Halmer feiert 80. Geburtstag: Bayerns Bester!

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Von: Katja Kraft

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Günther Maria Halmer in der BR-“Lebenslinie“
„Ein 24-Jähriger mit der Erfahrung eines 80-Jährigen“: Günther Maria Halmer. © Reiner Holzemer

Günther Maria Halmer feiert seinen 80. Geburtstag. Das BR Fernsehen gratuliert ihm mit einer „Lebenslinie“.

Ein Interview zu seinem 80. Geburtstag? Gott bewahre. Günther Maria Halmers Frau Claudia bittet am Telefon um Verständnis: Die 80, die wolle ihr Mann jetzt nicht so sehr in den Fokus stellen. Vermutlich ging es den Kollegen des Bayerischen Rundfunks ähnlich, als sie für ein „Lebenslinien“-Porträt bei Halmer anfragten. Der Schauspieler, der am 5. Januar 2023 Geburtstag feiert, ließ sich zwar darauf ein. Allerdings schien er keine Muße zu haben, all das, was er doch 2006 bereits in einem Porträt der „Lebenslinien“-Reihe über seine Kindheit und sein Großwerden erzählt hatte, noch einmal zu berichten. So speist sich der größte Teil dieses neuen Films, den das BR Fernsehen in der BR-Mediathek zeigt, aus Aufnahmen des alten. Macht gar nichts. Erzählt aber viel über diesen Mann, der seine 2017 erschienene Autobiografie mit „Ansichten eines Widerborstigen“ untertitelt hat. Der große Charakterschauspieler hat auch menschlich immer Charakter gezeigt. In seinem Leben, in dem er einen „ständigen Kampf zwischen vernünftigem Benehmen und wütender Opposition“ führte.

Günther Maria Halmer als Tscharli (M.) in Helmut Dietls „Münchner Geschichten“.
Kult: Günther Maria Halmer als Tscharli (M.) in Helmut Dietls „Münchner Geschichten“. © BR

1943 geboren – „kein gutes Jahr, um Kinder zur Welt zu bringen“. Während der Nachkriegszeit im „Kleinstadtmief“ von Rosenheim herangewachsen. Aber schon immer davon überzeugt, zu Höherem berufen zu sein. Nicht für das profane Leben eines Anwalts, das sein Vater für ihn vorgesehen hatte. Die Erziehungsberechtigten forderten Disziplin, er wurde zum Klassenclown, „der Halmer“, wie ihn die Lehrer tadelnd riefen.

Versuche, sich „neu zu erfinden“, gab es viele. Sehr offen erzählt Halmer davon. Bundeswehr, Hotelfachschule, Gelegenheitsjobs in Paris, und schließlich Maloche in einer Asbestmine in Kanada. Er wusste lange Zeit nur, was er nicht wollte. Dabei waren die Vorbilder doch immer da. Die Kinohelden von Horst Buchholz bis James Dean. Im Nachhinein, aus der Sicht desjenigen, der das gute Ende der Geschichte kennt, scheint Halmers Berufung zum Schauspieler sonnenklar. Aber so ist es nun einmal: Oft erschließt sich einem erst im Rückblick, wozu all die scheinbaren Umwege auf dem eigenen Lebenspfad nötig waren – wäre man ohne sie je angekommen? Günther Maria Halmer ist es. Gefühlt „ein 24-Jähriger vom Herzen und vom Temperament – mit der Erfahrung eines 80-Jährigen“. Nicht die schlechteste Kombi. Wir gratulieren!

Die „Lebenslinien“ mit Günther Maria Halmer sind nach dem Sendetermin im Januar 2023 weitere drei Monate in der ARD/BR Mediathek abrufbar.

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