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Ein Beispiel aus dem Immobilienangebot des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege: In Hallbergmoos wird die legendäre Traditionswirtschaft „Zum Alten Wirt“ zum Verkauf angeboten. „Der klassizistische Bau mit seinen charakteristischen Stichbogenfenstern und seinem markanten Zwischengesims wurde zu Zeiten König Ludwigs I. errichtet“, schreibt das Landesamt. Der Kaufpreis wird auf Anfrage genannt.

Denkmalpflege

Gutsherr gesucht

Es ist eine ungewöhnliche Immobilienbörse: Das Bayerische Landesamt vermittelt über seine Internetseite Denkmäler – die Erfolgsquote liegt bei 50 Prozent.

Wer also in einem Schloss oder einem alten Gutshaus im Freistaat leben will, könnte fündig werden. Die Nachfrage steigt.

Schlösser und andere denkmalgeschützte Gebäude in städtischen Lagen sind zunehmend auf dem Immobilienmarkt gefragt. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat über seine Internetplattform bislang mehr als 100 Baudenkmäler vermittelt. „Das Alleinstellungsmerkmal Denkmal wird für den Immobilienmarkt zunehmend interessant“, berichtet Generalkonservator Egon Johannes Greipl. „Auch die steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten sind für viele Immobilienbesitzer von Denkmälern von Interesse, erstaunlicherweise machen hiervon noch nicht alle Denkmaleigentümer Gebrauch.“

Greipl spricht von einem positiven Trend. Seit Februar 2010 bietet das Landesamt über seinen Internetauftritt die kostenlose Recherchemöglichkeit nach verkäuflichen Denkmälern. 211 Gebäude wurden dort bislang angeboten, rund die Hälfte wurde vermittelt. In Oberbayern standen in diesem Zeitraum 33 Objekte zum Verkauf, 26 fanden einen neuen Eigentümer. Derzeit gibt es bayernweit 103 Angebote in allen Regierungsbezirken – darunter Gebäude wie „Das Alte Forsthaus von Sandizell“, „Ein Märchenschloss der Extraklasse“ in Lintach oder der „Fohlenhof“ in Rottenbuch. Dabei variieren die Kaufpreise: Eine „niedliche Puppenstube im Herzen von Spalt“ gibt es schon für 10 000 Euro, das „Klosterschlössl von Niederlauterbach“ ist mit 1,2 Millionen Euro deutlich teurer. Interessierte müssen allerdings bedenken: Viele der Häuser sind stark renovierungsbedürftig – und Denkmalauflagen können eine Sanierung unter Umständen teuer machen.

Nur schätzungsweise zwei Prozent aller Gebäude in Deutschland sind denkmalgeschützt. Im Freistaat befinden sich nach Angaben Greipls über 60 000 Baudenkmäler in Privatbesitz. Allein in diesem Jahr gab es bislang rund 20 Neuzugänge im Angebot, 15 Denkmalfreunde fanden ihre Wunschimmobilie.

Das Denkmalamt verzeichnet vor allem bei Wohn- und Geschäftshäusern in städtischen Sanierungsgebieten sowie bei größeren Immobilien wie Schlössern eine gestiegene Nachfrage. Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) verleiht heute die Bayerische Denkmalschutzmedaille an Menschen, die Denkmäler besitzen und privat pflegen.

Britta Schultejans

Weitere Informationen gibt es unter www.blfd.bayern.de.

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