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Wieder zurück: Lemmy Kilmister im „Gutterdämmerung“-Film, der zusammen mit einem Konzert beim Münchner Rockavaria Premiere hat.

Wir haben den Film schon gesehen

"Gutterdämmerung" bei Rockavaria: Starke Band, maue Geschichte

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München/Berlin - Beim Rockavaria-Festival feiert der Film "Gutterdämmerung" seine Deutschland-Premiere. Es ist Trash-Film und Rock-Konzert gleichermaßen. Wir haben das Projekt vorab in Berlin unter die Lupe genommen.

Lemmy, der Erlöser. Als General Kilmister (1945–2015) auf der Leinwand erscheint und mit dem Schlachtruf „Rock ‘n’ Roll always wins“ den Schützengraben stürmen lässt, gibt es kein Halten mehr. Einige Zuschauer im Hinterzimmer dieser so wunderbar skurrilen Kneipe in Berlin pfeifen, johlen, springen auf. Regisseur Bjorn Tagemose steht mittendrin, die Hände in den Hosentaschen, und nickt kaum sichtbar vor sich hin. Das breite Grinsen ist nicht zu übersehen. Sein Projekt „Gutterdämmerung“ hat den ein oder anderen Nerv im Publikum getroffen. Dabei hatte der Abend wenig vielversprechend angefangen.

Die offizielle Deutschlandpremiere feiert „Gutterdämmerung“, eine Kombination aus Trash-Film und Rock-Konzert, am 28. Mai beim Rockavaria-Festival in München. Doch zur Vorpremiere sollte es Berlin sein – für den „lautesten Stummfilm der Erde“. Hier hat die PR-Abteilung ein wenig geschwindelt, denn für einen Stummfilm wird bei „Gutterdämmerung“ ganz schön viel geredet. Aber laut war es, das schon. Weil die comic-haften Bilder von einer Live-Band begleitet werden, brauchte es etwas anderes als den Kinosaal. Tür auf zum White Trash, einem Rockschuppen direkt am Spreeufer. Statt rotem Teppich gibt es pechschwarze Fliesen, die irgendwann mal weiß waren, und ein Aquarium mit Totenkopfeinlage. Mehr Rock ‘n‘ Roll geht nicht. Die Premiere startete jedoch nicht reibungslos. Während manche Gäste noch über kaltes Essen und zu wenige Sitzplätze grummelten, verabschiedete sich in der ersten Szene die Technik. Beim zweiten Versuch aber lief die Geschichte.

Punk-Engelchen Vicious (Iggy Pop) wirft den doch so gelangweilten Menschen auf der Erde die Gitarre des Bösen herab. Es bricht ein gnadenlos überzeichneter Streit aus über die Frage, ob Rock ‘n’ Roll nun Sünde sei oder Erlösung. Inquisitor Henry Rollins denkt sich allerlei Gemeinheiten aus, um die Gitarre wieder loszuwerden, während ein Rockstar nach dem anderen (Grace Jones, Slash, Nina Hagen) seinen Auftritt bekommt. Wenig Stoff für zwei Stunden Film.

Dass der Abend kurzweilig bleibt, liegt an der starken Band, die hinter der halb durchsichtigen Leinwand die Filmmusik liefert. Von Black Sabbath über Motörhead bis Led Zeppelin und The Doors rockt sich die vom britischen Gitarristen Kevin Armstrong zusammengestellte Formation durch den Film – bis die Bilder zum Beiwerk der Musik werden, statt andersherum. Bjorn Tagemose hat mit „Gutterdämmerung“ ein interessantes Konzept vorgelegt. Jetzt will er damit durch Europa touren. Nächster Halt: Rockavaria. Wenn ein Film auf einem Rockfestival funktioniert, dann einer wie dieser.

Rockavaria in München

27. bis 29. Mai im Olympiapark mit Bands wie etwa Nightwish, Iggy Pop und Iron Maiden; Drei-Tage-Karte: 159 Euro, Tagestickets: ab 74,50 Euro; www.rockavaria.de.

Wir berichten ab Freitag im Live-Ticker

Dominik Göttler

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