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Sommerblumen in bunten Farben zierten den Sarg und den Altar in der Münchner Markuskirche, Susanne Breit-Keßler hielt die Predigt.

Als hätte sie auch hier noch Regie geführt

München - Eine heitere Atmosphäre, als hätte sie selber auch hier noch Regie geführt und die Trauernden trösten wollen - so war die Trauerfeier für Ulrike Hessler in München.

Ein Gesteck von Sommerblumen in bunten Farben, dazwischen federleichte Blütensträuße und Rosenblätter um den hellen Eichensarg: Eine sonnendurchflutete Münchner Markuskirche empfing die große Trauergesellschaft für Ulrike Hessler, die vor einer Woche gestorbene Intendantin der Dresdner Semperoper. Eine heitere Atmosphäre, als hätte sie selber auch hier noch Regie geführt und die Trauernden trösten wollen.

Es war wohl nicht einer unter ihnen, der nicht ein persönliches, oft sogar herzliches Verhältnis zu ihr hatte. Das Herz stockt, als hinter der Bischöfin Susanne Breit-Keßler drei nun verwaiste Männer vor den Sarg traten: der Ehemann, der Bruder und der alte Vater von Ulrike Hessler. Mit Liedern, Musik, Gebeten und einer warmen, klugen Predigt von Breit-Keßler gelang es, bei allem Ernst und aller Trauer die Lebende ins Bewusstsein zu rufen. Viel zu früh, dieser Tod mit 57 Jahren? Da half das Bonhoeffer-Zitat vom Leben als Fragment, dem man, wenn es gelingt, noch ansähe, „wie das Ganze eigentlich angelegt und gedacht war“.

Susanne Breit-Keßler gedachte der mit so vielen Gaben gesegneten Ulrike Hessler, die wunderbar auf Menschen zugehen und sie für die Kunst begeistern konnte. Tränen flossen, aber auch heitere Erinnerungen wurden getauscht. Mit dabei Christian Thielemann, Verteidigungsminister Thomas de Maizière, die ehemaligen Intendanten Peter Jonas und Klaus Schultz, Verleger Dirk Ippen und viele, viele Freunde.

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