Haftbefehl gegen Messerstecher erlassen

Gauting - Der Vorwurf lautet versuchter Totschlag: Gegen einen 61-Jährigen, der am Montag in einem Mehrfamilienhaus in Gauting einen Nachbarn mit Messern angegriffen hatte, ist am späten Nachmittag Haftbefehl ergangen. Allerdings hätte das Drama womöglich vermieden werden können.

Mitte vorigen Jahres begannen die Beschwerden. Der Block mit einem Dutzend Wohnungen wird vom Zweckverband für Sozialen Wohnungsbau verwaltet, der nach Worten von Geschäftsführer Michael Vossen Klagen nach- und gegen den 61-jährigen Mieter vorgegangen ist. Zwei Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung seien erstattet worden, schließlich habe man eine Zwangsräumung angestrengt. Das Amtsgericht jedoch ordnete eine Duldung des Mannes bis Mitte dieses Jahres an. Deswegen wohnte er noch an der Unterbrunner Straße.

Offensichtlich hat der Mann seine Nachbarn massiv terrorisiert. Er soll randaliert, Mieter belästigt und vom Balkon gebieselt haben. Am Sonntag war vor der Wohnung eines 54-jährigen gebürtigen Ägypters ein Feuer gelegt worden. Unter Verdacht: der 61-Jährige. Er leugnete, drohte dem Nachbarn jedoch: "Ich werde Dich umbringen."

Einen Tag später lauerte der 61-Jährige dem Ägypter auf, griff ihn mit zwei zehn Zentimeter langen Küchenmessern an und stach zweimal zu. Die Verletzungen des Opfers waren zum Glück nicht so schwer, dass es sich wehren und den Angreifen in dessen Wohnung drängen konnte. Erst zu Hause bemerkte der 54-Jährige, dass er blutete - er musste für eine Nacht im Klinikum Großhadern bleiben.

Beamte der Gautinger Polizei nahmen den Tatverdächtigen fest, er leistete keinen Widerstand. Der Haftrichter sah den Vorwurf des versuchten Totschlags in Verbindung mit gefährlicher Körperverletzung als erwiesen an und schickte den Gautinger in Untersuchungshaft. Ob die Anklage angesichts der Drohungen ebenso lauten wird, bleibt abzuwarten.

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