Handschriften der Großen

- "Geschmacksveredelung", "Gemüts- und Herzensbildung" für alle Bevölkerungsschichten - das hatte sich der Musikschriftsteller und -kritiker Paul Marsop aufs Panier geschrieben, als er vor 100 Jahren mit 2000 selbst gesammelten Büchern und Noten den Grundstein für die Münchner Musikbibliothek legte.

<P>Aus seiner "Münchner Musikalischen Volksbibliothek", wo keine Noten für "Duliöh-Instrumente" wie Zither und Harmonium zu finden waren, entwickelte sich die seit den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts an die Städtische Bibliothek angegliederte "Mubi" im Gasteig. Sie verfügt heute über 220 000 Medien (Noten, Bücher, Musikzeitschriften, Schallplatten, CDs, Videos, DVDs etc.). "Mit der Sehnsucht nach der Kunst im Herzen" heißt dir Ausstellung, mit der die "Mubi" jetzt ihren 100. Geburtstag feiert. Dazu zahlreiche Konzerte.<BR><BR>In 28 Vitrinen werden Schätze und Besonderheiten ausgestellt. Mit besonderem Stolz präsentiert die "Mubi" ihre Autographen: Johannes Brahms' Trio für Klavier, Klarinette und Violoncello op. 114, Richard Strauss' "Feuersnot"-Partitur, Pfitzners "Christelflein" oder auch die Erstschrift von Karl Amadeus Hartmanns "Concerto funebre". Der Besucher kann staunen über Max Regers schwungvolle Noten-Handschrift (mit roten Vorzeichen) oder über ein hübsches Albumblatt von Josef Rheinberger.<BR><BR>Aus den auch durch Schenkungen und Nachlässe reich bestückten Magazinen haben Gabriele Sigel, Anne Lenhard und Peter Schöbach eine abwechslungsreiche Schau zusammengestellt und bei den Drucken seltene, bibliophile Exemplare aus dem späten 18. und 19. Jahrhundert ausgewählt. Faschingsmusik und Bierseliges ist nicht ausgespart und Mary Wurm, der englischen, 1923 in München gestorbenen Komponistin, eine eigene Vitrine gewidmet.</P><P>Bis 30. 9., Mo.-Fr. 10-19 Uhr im Eingangsbereich der Stadtbibliothek im Gasteig.<BR></P>

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