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„Ich fühle mich wohler so“: Heino mit seiner charakteristischen Sonnenbrille.

Sänger-Jubilar

„Hannelore wird etwas organisieren“

Blondes Haar, schwarze Sonnenbrille – diese Markenzeichen haben Glanz- und Krisenzeiten überlebt. Heino ist Heino geblieben, das personifizierte deutsche Volkslied.

„Volksmusik ist ein Stück unseres Kulturguts. Dieses Liedgut darf nicht verrotten und kaputtgehen“, sagt Heino, der Mann mit der unverkennbar tiefen Stimme, der an diesem Samstag 70 Jahre alt wird.
Selbst aus der Nähe betrachtet, ist die Brille zu dunkel, um dem eher zurückhaltenden Menschen in die Augen zu schauen. Heino trägt sie immer, auch nachdem die Fehlstellung eines Auges längst korrigiert ist. „Ich fühle mich wohler so.“ Und die Anrede mit bürgerlichem Namen „Herr Kramm“ findet Heino konventionell.
In Jahre 1966 produzierte der gebürtige Düsseldorfer seinen ersten Hit „Jenseits des Tales“. „Wir fanden keine Berufsmusiker, weil die alle verseucht waren von Rock und Beat.“ Das Stück wurde mit Hobby-Instrumentalisten eingespielt. Ein Richter spielte Blockflöte, ein Buchhalter saß am Schlagzeug und Produzent und Heino-Entdecker Ralf Bendix griff in die Saiten. Damit begann eine Karriere mit bislang über 50 Millionen verkauften Tonträgern. Heino ist fast jedem Deutschen ein Begriff. Dass ihn nur jeder zweite mag, nimmt er gelassen hin. „Die mich nicht mochten, waren die 68er. Die habe ich nicht ernstgenommen.“
Für ihn zählen die Fans. Bei seiner Abschiedstournee 2005 schrieben sie ihm: „Du bist der Retter des deutschen Volkslieds. Wir brauchen dich noch.“ Diese Ehre nimmt er gerne an. Volksmusik sei anfangs beim deutschen Radio kein Thema gewesen. „Der erste Sender, der mich gespielt hat, war Radio Luxemburg.“ Heute gibt es Volksmusik zur besten Sendezeit im Fernsehen. Das sei auch sein Verdienst. Und mit dem 70. ist für Heino nicht Schluss. „Solange mich der liebe Gott lässt und ich in der Verfassung dafür bin, werde ich singen. Ich kann nichts anderes.“ Was Heino wohl an seinem Ehrentag macht? „Hannelore wird etwas organisieren.“

Elke Silberer

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