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„I gfrei mi ganz narrisch“: Hansi Hinterseer

Hansi Harmlos huldigt Herz und Heimat

München - „Jetzt geht die Poscht ab“, sagt der Plattner-Luis nach einer Stunde, und er müsste es wissen. Weil er und sein „Tiroler Echo“ seit 16 Jahren als Begleitband mit Hansi Hinterseer durch Europa touren.

Diesmal aber irrt der Luis, denn die „Poscht“ war schon da. Zehn Sekunden ab Konzertbeginn hat es gedauert, höchstens, dann sprangen die Leute von den Sitzen der Olympiahalle. In einem Tempo, das man dem gesetzten Hinterseer-Gast gar nicht zutrauen mag. Seither stehen sie, jubeln, klatschen, tanzen.

Mit „Viva Tirol“ eröffnet Hinterseer den Abend: „Denn keiner hat etwas dagegen / die Hütte, sie fängt an zu beben.“ Sie bebt, fürwahr, denn der Kitzbüheler verbreitet gute Laune pur mit den größten Hits: „Wenn hell die Sonne lacht“, „Amore mio“, Kufsteiner Lied, „Mich küsst ein Sonnenstrahl“. Vieles ist dabei von der Doppel-CD „Schön war die Zeit“ aus 2005, eigentlich fehlt zum Glück nur noch, dass er mal wieder "Männer aus den Bergen" spielt. Aber das trübt die Laune nicht. „Liabe Leitln“, lacht der 58-Jährige, „i gfrei mi ganz narrisch“.

Es ist eine ganz und gar harmlose Musik mit Texten, in denen sich „Augen“ auf „glauben“ reimt; in denen es nur so wimmelt von Gamsböcken, Bergen und Bacherln, so wie auf der Videoleinwand als Bühnenbild. Hinterseers Leitmotive sind Herz und Heimat. Man mag das altbacken finden, eine heile Scheinwelt, sollte aber nie vergessen, was der Held des Volkstümlichen bei seinen Fans auslöst: positive Emotionen. Sollen sie sich doch alle cooler finden, die Rapper und die Rachmaninov-Pianisten vor 30 Besuchern – die 3000 in Hansis voller Halle sind einfach glücklich, drei Stunden am Stück.

Das „Tiroler Echo“ legt Hinterseer auch in Konzert 38 der Neun-Länder-Tournee (es folgen noch Auftritte in Österreich) einen kuschelweichen Klangteppich hin. Die fünf Musiker und zwei Sängerinnen spielen präzise, ohne Hänger, mit vollem Bass und bis zu drei Steirischen. Weder im ersten, fetzigeren Teil noch im sanfteren zweiten drängt sich das Echo nach vorn. Die Bühne gehört ganz Hansi. Unaufgeregt, herzlich bietet er „an gmiatlichn Abend“. Und fragt zwischen Zugabe drei und vier fast etwas erstaunt: „Ja, mögt’s ihr ned hoamgeh, Leitln?“

Christian Deutschländer

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