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Hape Kerkeling

Lesung im Münchner Volkstheater

Hape Kerkeling plaudert aus dem Nähkästchen

München - Hape Kerkeling war im Münchner Volkstheater zu Gast. Der Anlass: Er stellte bei einer Lesung seine eben erschiene Autobiografie vor. Doch viel unterhaltsamer war die launige Fragerunde.

Ein melancholisches Buch, und ein melancholischer Abend? Nicht mit Hape Kerkeling! Der ewige große Junge bescherte seinen Fans (bei ihm müsste es Verehrer heißen) im ausverkauften Münchner Volkstheater eine wunderbar unterhaltsame Lesung – er kann eben nicht anders, als großen Spaß zu machen. Hape stellte seine Autobiografie "Der Junge muss an die frische Luft" vor, die heute auf Platz eins der Bestsellerliste klettert, Hape sang und Hape beantwortete die Fragen des Publikums. Ein interaktiver Abend quasi, der ruhig länger hätte dauern dürfen als recht karge 80 Minuten.

Hape ist in der Stadt, Hapemus Kerkeling! Es summte und brummte rund ums Volkstheater. Frage des Abends: „Ham’S vielleicht noch Karten?“ Typische Antwort: „Ich hätt selber gern welche.“ Wer reinkam, erlebte einen gut gelaunten Kerkeling auf Lesereise, dem Jakobsweg eines jeden Promi-Buchautors. Ein bisserl schluffig mit Schal und überlanger Jeans kommt er auf die Bühne, holt sich seinen Beifallssturm ab und bittet vergnügt um Contenance: „Verpuffen Sie sich nicht, da kommt noch was!“

Noch viel mehr Spaß als die Lesung machen die launigen Fragerunden

Zwei hinreißend nostalgische Kapitel liest er vor (es sind jeden Abend andere), über den Kramerladen von Oma Änne und über den ersten „Buntfernseher mit Handbedienung“ 1974 bei Tante Hedwig. Doch noch viel mehr Spaß machen die launigen Fragerunden mit dem Publikum. Hape verrät, dass der Horst-Schlämmer-Mantel von Boss war. Und dass die arme Frau aus dem „Hurz“-Sketch bis heute in keinen Supermarkt gehen kann, ohne „Huuuuurz“ entgegengeschleudert zu bekommen. Und er trällert seinen Lieblingsschlager „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“.

Das gemeinsame Absingen von Karel Gotts „Biene Maja“ klappt nicht recht, und ein gefühlstrampeliger Zuschauer aus den hinteren Reihen kräht, dass Kerkeling zum bevorstehenden 50. Geburtstag abnehmen sollte. Am Ende ist er dann relativ schnell weg und startet zum Signier-Marathon. Ist Hapes Künstlerseele eingeschnappt? Vielleicht ein bisschen. Die Zuschauer müssen an die frische Luft – früh, aber glücklich über den Abend mit dem „Peterhansel“ und dem „Peterle“, wie er hieß, damals bei Oma Änne im Laden.

Von Jörg Heinrich

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