Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen

Bluttat in Unterföhring: Polizistin wird wohl nicht mehr aufwachen

Der Hit als Happen

- Dieser Künstler kündigt sich ganz bewusst wie ein Popstar an. Auftreten zwei Männer, die aussehen wie Bodyguards (sich aber gleich als ebenso distinguierte wie stets präsente Begleiter an Schlagzeug und Bass herausstellen). Auftritt dann er - Hans Liberg, Clown, Magier, Charmeur, musikalischer Terminator. Und was wäre besser geeignet als "Intro" zu dieser nur Sekunden dauernden Eroberung des Münchner Prinzregententheaters als Beethovens Fünfte? "Tatatata" eben (so auch der Titel des Programms), eine Phrase, mit der schon viel gesagt ist.

<P>Denn natürlich legt der niederländische Musikkabarettist am Flügel keine komplette Interpretation vor, sondern serviert, unterstützt von Martijn Klaver und André´ Versluijs, den Hit als Happen, gewürzt mit musikalischen Motiven, die da nicht hineingehören, aber durchaus von Ludwig van Beethoven höchstselbst stammen könnten.</P><P>Alle Komponisten (so genannte gute wie so genannte weniger gute) rühren im gleichen Topf _ das ist hier die Botschaft, und Liberg beweist, wie nahe in diesem Sinne doch das "E" beim "U" liegt. Eine Symphonie, die jäh zum Schlager mutiert, Bach, verjazzt, eine Verdi-Oper, als deren kongenialer Interpret kein anderer als Elton John in Frage zu kommen scheint, Wagner und Smetana, "Venus" (Shocking Blue) und "Gute Nacht, Freunde" (Inga und Wolf) _ alles nur eine Frage des Arrangements.</P><P>Der Paradiesvogel in bunter Jogginghose unterm Sakko hat keinen falschen Respekt vor großen Namen und überhaupt keine Angst vor seinem Publikum. Fragt riskant ("Haben Sie noch einen Wunsch?") und reagiert auf jede Antwort absolut souverän. Haut (buchstäblich!) in die Tasten, greift zur doppelten Irreführung seines Auditoriums auch mal zu Gitarre und Mundharmonika _ und hat einen Haydnspaß dabei.</P><P>Und doch ist der Niederländer nicht nur ein begnadeter Virtuose an seinem Instrument, sondern einer, der sich vorgenommen hat, (auch) den Musikmarkt mal so richtig aufzumischen, der gnadenlos "Kollegen" (von André´ Rieu bis Herbert Grönemeyer) hochschießt, der mit unwiderstehlicher Lakonie jedes Denkmal vom Sockel stößt. Beethoven? Nein! Tatatata!<BR></P>

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