+
Das Musikmagazin „Rolling Stone“ hob den Papst bereits 2014 auf seinen Titel. 

Der Papst veröffentlicht ein Album

Hardrock Halleluja

  • schließen

München - Papst Franziskus veröffentlicht sein Debütalbum „Wake up!“ – die Single-Auskopplung klingt wie aus den Siebzigern.

Wer die Bibel liest, ist mal wieder klar im Vorteil – und deshalb auch nicht sonderlich überrascht von den aktuellen Nachrichten aus dem Vatikan: „Singet dem Herrn ein neues Lied“, hebt schließlich Psalm 98 an, mit klarer Betonung auf „neues Lied“.

Nichts anderes hat Papst Franziskus jetzt getan. Wie das US-Musikmagazin „Rolling Stone“ berichtet, plant der Heilige Vater, am 27. November sein erstes Rockalbum auf den Markt zu bringen. „Wake up!“ heißt die Scheibe, auf der Auszüge aus Gebeten und Reden des 78-Jährigen auf Englisch, Lateinisch, Italienisch und Spanisch zu hören sein werden.

Elf Songs hat der Papst auf sein Debüt gepackt – damit füllt er zugleich elegant eine Leerstelle in der christlichen Zahlensymbolik: jene zwischen den zehn Geboten und den zwölf Jüngern Jesu.

Eine erste Single-Auskopplung, die der CD zugleich ihren Titel gab, ist bereits im Internet zu hören – eine typische Progressive-Rock-Nummer wie aus den Siebzigern: ein ordentlicher Bass, eine sehnsüchtige E-Gitarre, atmosphärische Läufe auf dem Synthesizer, Trompetenklänge. Das Intro des Liedes rockt zuverlässig im mittleren Tempo und ist abgemischt mit viel Hall; die Nummer baut Druck auf, um gleich darauf abzubremsen. Nach zwei Minuten setzt der Heilige Vater ein, auf den Klangteppich ist eine Rede gelegt, die Franziskus im Sommer vergangenen Jahres in Südkorea gehalten hat. „Niemand, der schläft, kann singen, tanzen und frohlocken“, heißt es etwa darin. So charmant altmodisch „Wake up! Go! Go! Forward!“ musikalisch ist, so miserabel ist die Tonqualität des Mitschnitts. Bleibt zu hoffen, dass die Techniker bei den übrigen Titeln ein Wunder wirken, sodass Papst-Fans, wenn sie das Album auflegen, mit Johann Sebastian Bach jubilieren können: „Jauchzet, frohlocket!“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Mut-Lacher
Mit „Monsieur Claude und seine Töchter“ gelang Philippe de Chauveron ein Riesenerfolg. Nun setzt de Chauveron einen drauf: In „Hereinspaziert!“ übernimmt Christian …
Der Mut-Lacher
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Sting hat in seinem Musikerleben Songs geschrieben, die heute noch so gut funktionieren wie 1983 oder 1995. Davon macht er in der Olympiahalle Gebrauch - und seine Fans …
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Im Lenbachhaus geht der Punk ab
Das Münchner Lenbachhaus zeigt in der Ausstellung „Normalzustand“ deutsche Undergroundfilme, die zwischen 1979 und den frühen Neunzigerjahren entstanden sind. 
Im Lenbachhaus geht der Punk ab
Zurück in die Zukunft
Berlin. Harrison Ford und Ryan Gosling stellen in Berlin Szenen ihres neuen Kinofilms „Blade Runner 2049“ vor.
Zurück in die Zukunft

Kommentare