Die Harfen daheim gelassen

- Die Olympischen Spiele in Athen sind vorbei, doch Sportsgeist dürfte seit gestern auch in München beim 53. Internationalen Musikwettbewerb der ARD wehen. Die wichtigste Frage, die Christoph Poppen, dem künstlerischen Leiter, jedes Jahr gestellt wird, lautet: "Was ist neu?"

<P>Was die Sparten Viola, Streichquartett, Querflöte und Harfe betrifft, so treten die Bewerber erstmals unter den von Poppen geänderten Bedingungen an - und folgen damit ihren Kollegen mit anderen Instrumenten, die solches in den letzten Jahren erlebten. Dazu zählen unter anderem die Publikumsbewertung in den Finalrunden und ein Pflichtprogramm mit eigens in Auftrag gegebenen Stücken, 2004 von Wolfgang Rihm (Quartett), David Sawer (Viola), Georg Friedrich Haas (Flöte) und Heinz Holliger (Harfe).<BR><BR>206 Kandidaten sind dabei: zehn Quartette, 18 Harfenisten (17 Frauen, ein Mann), 51 Bratschen und 64 Flöten. Bei Letzteren steht der Jury wohl die härteste Arbeit in der ersten Runde bevor. 64-Mal dasselbe Pflichtstück anzuhören, das geht an die Substanz.<BR><BR>Erstmals seit zwölf Jahren sind die Harfen wieder dabei, und um die Kandidatinnen aus Japan und den USA vor den logistischen Reiseproblemen zu verschonen, gibt es Leihinstrumente von ortsansässigen Firmen. Neun Juroren pro Fach entscheiden über das Weiterkommen, und Poppen ist bislang mit seiner Idee, den jeweiligen Vorsitz an einen Kollegen zu vergeben, der nicht von diesem Instrument her kommt, gut gefahren. An der Juryspitze beim Streichquartett sitzt etwa Elmar Weingarten, vor zwei Jahren Vorsitzender in der Kategorie Klavier.<BR><BR>Der Wettbewerb läuft bis 17. September. Und am Ende erwarten die Sieger 180 000 Euro Preisgeld, bestehend aus 135 000 Euro in Hauptpreisen und 45 000 Euro in Sonderpreisen und Stipendien, darunter erstmals exklusiv der Sonderpreis des Louisiana Museum of Modern Art (Dänemark) für die beste Interpretation der Bagatellen op. 9 von Anton Webern für Streichquartett.<BR></P><P>Infos unter Tel. 089/5900-2125 oder www.ard-musikwettbewerb.de. Heute wird der erste Durchgang Viola fortgesetzt (10 und 16 Uhr, BR. Studio 2).</P><P><BR> </P>

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