Hauptwerk des Historismus'

- Im Triumph wird das reich verzierte Schiff der Kunst von einer Wassergöttin und ihrer Woge über den grün-gelben Drachen des Neides hinweggehoben (Entwurf: u. a. Ferdinand Barth, Ausführung: Rudolf Harrach). Das Steuer dieser Galeere führt der Genius des Historienmalers Carl von Piloty. Ihm widmeten seine Schüler 1881 dieses Weihegeschenk zum 25-jährigen Jubiläum seiner Berufung an die Münchner Kunstakademie. Das Segel trägt auf seiner Rückseite die Unterschriften berühmter Schüler: von Makart über Lenbach bis Defregger.

<P>Dieses silberne Segel befand sich 1976 in der Ausstellung zum 125-jährigen Bestehen des Kunstgewerbevereins im Münchner Stadtmuseum. Von dem teils vergoldeten Meisterwerk habe sich nur dieses Segel erhalten, hieß es damals. Einiges deutet daraufhin, dass dieses samt Ebenholzsockel 72 Zentimeter hohe Ehrengeschenk sich 1953 als Leihgabe aus oberbayerischem Privatbesitz in einer Schau des Stadtmuseums befand. Dort verblieb, offenbar versehentlich, das zugehörige Segel. Es fand sich vor kurzem im Depot. </P><P>Der Eigentümer hatte wahrscheinlich diese Kostbarkeit verpackt gelassen und gar nicht bemerkt, dass das Segel fehlt. Eine junge Kunsthistorikerin machte sich auf die Suche und entdeckte es. Auf Bitten der Bremer Galerie Neuse wurde für die Präsentation auf der Kunst-Messe (bis 19. 10.) das Segel mit seinem Schiff wiedervereinigt. Der Preis: 135 000 Euro. Jetzt werden Gönner gesucht, Stifter, die das edle Stück, ein Hauptwerk des Münchner Historismus', am Ort seiner Bewandtnis zu halten vermögen. <BR><BR><BR></P>

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