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Das berühmte Alpenglühen ist wunderschön, aber von diesen glühenden Bergen sprechen wir hier nicht.

Mythos Bayern

Glühende Berge in Bayern: Kennen Sie dieses feurige Handwerk?

In Bayern gibt es Hügel, aus denen Rauch aufsteigt. Nein, keine Angst, wir haben keine aktiven Vulkane im Freistaat. Es handelt sich um ein Handwerk, das eine lange Tradition hat.

2018 gibt es gleich zwei gute Gründe zum Feiern: 100 Jahre Freistaat und 200 Jahre Verfassungsstaat Bayern. Nutzen Sie die Gelegenheit und entdecken Sie Ihre Heimat ganz neu - auch die schmutzige und feurige Seite.

Passend zur Veranstaltungsreihe zum 100. Geburtstags des Freistaates, können Sie auf der Brandwiese zwischen Graswang und Linderhof auch in diesem Jahr erleben, wie ein uraltes Handwerk in Bayern am Leben gehalten wird. Im Rahmen der Köhlertage 2018 sehen Sie den Aufbau und das Verschwelen eines Kohlenmeilers. Am Todestag des Kini, am 13.06., wird der Meiler angezündet und voraussichtlich am 20.06. geerntet. Diese faszinierende Live-Demonstration bayerischer Handwerksgeschichte sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Was ist ein Kohlenmeiler und wozu wurde er benötigt?

Ein Kohlenmeiler

Es war ein wichtiger Beruf und dennoch wissen viele heute wahrscheinlich nicht mehr, was ein Köhler oder ein Kohlenmeiler eigentlich ist. Mit Hilfe eines Kohlenmeilers wird Holzkohle hergestellt, die in großen Mengen für das Schmelzen von Erzen benötigt wurde. Schon vor 530 Jahren lief die Kupferschmelzhütte in Nohfelden im Saarland auf Hochbetrieb und Holzkohle war damals der einzige passende Energielieferant.

Leider ist der Energiebedarf bei der Erzschmelze nämlich sehr hoch. Um eine Tonne Kupfererz zu schmelzen, wurden bis zu sieben Tonnen Holzkohle benötigt. Wenn man diese Menge produzieren wollte, waren je nach Holzqualität etwa 90 Raummeter Holz erforderlich. Kein Wunder also, dass die Holzkohlenmeilerei einen beträchtlichen Anteil an der Waldnutzung in Bayern ausmachte. Da Holzkohle leicht ist, konnte sie einfach zur Erzverhüttung transportiert werden. Die Kohlenmeiler konnten also in einem weiten Verbreitungsgebiet betrieben werden und Holzkohle war ein echter „Exportschlager“ des Bayerischen Freistaats.

Mittlerweile ist die Meilerköhlerei ein ausgestorbenes Gewerbe. Als die industrielle Köhlerei aufkam, konnte das Handwerk nichts dagegenhalten. Als dann schließlich der Steinkohleabbau begann, war das Ende in Bayern besiegelt. Einige der früheren Meilerstandorte lassen sich aber noch heute deutlich erkennen und zeugen von der interessanten Vergangenheit. Und die Tradition lebt in Veranstaltungen wie den Köhlertagen weiter, nicht zuletzt, weil das Köhlerhandwerk wegen seiner geschichtlichen und kulturellen Bedeutung im Jahr 2017 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen wurde. Die Tradition wird heute von Vereinen aufrechterhalten und im Zuge der Köhlertage 2018 können Sie das beeindruckende Handwerk selbst live erleben.

Erleben Sie den Mythos Bayern

So funktioniert ein Kohlenmeiler

Der Kohlenmeiler kann aus dem Holz von Birke, Eiche oder Buche gebaut werden. Zuerst wird ein Kamin mit ungefähr 1,5 Metern Höhe gebaut. Um diesen werden dann kreisförmig Holzscheite aufgeschichtet. Diese werden später zur Holzkohle. Auf das gestapelte Holz legt der Köhler nun Tannenäste oder Rasenstücke und deckt sie mit einem Gemisch aus Erde und Kohlenstaub ab. Durch den Kamin wird der Kohlenmeiler dann mit kleinen Anmachhölzchen und Glut aus einem Lagerfeuer gefüllt. Oben wird er schließlich mit einem Blechdeckel abgedeckt.

Das Feuer im Meiler glüht nun leise etwa eine Woche vor sich hin und macht aus dem Holz langsam Kohle, ohne es zu Asche zu verbrennen. Da der Köhler ständig auf den Meiler und das darin schwelende Feuer aufpassen musste, errichtete man direkt neben dem rauchenden Hügel eine kleine Hütte als Unterstand und Schutz vor Regen und Sonne. Weil der Köhler so außerhalb der Siedlung bei seiner Arbeitsstätte lebte, war der Beruf nicht nur anstrengend, schmutzig und brachte wenig Geld ein, er macht den Köhler auch noch einsam. Ein Umstand, den Sie mit Ihrem Besuch auf der Brandwiese abmildern können.

Die Infos auf einen Blick

08. bis 20.06. in Graswang (Gemeinde Ettal)
Brandwiese zwischen Graswang und Linderhof
Programm im Rahmen der Köhlertage 2018
Aufbau und Verschwelen eines Kohlenmeilers
Meilerfest mit Anzünden am Todestag des Kini (13.06.) und voraussichtlicher Ernte (20.06.)

Weitere Highlights im Juni

01. und 03.06. Führung, Exkursion / 09 Uhr
Oberau, Parkplatz am Gießenbach, Busfahrt in ein Schutzgebiet Einzigartige Bergwälder - Natura 2000 Europas Naturräume erleben.

08. und 09.06. Kulinarisches / 18.30 Uhr
Im Steingang des Ettaler Klosters, Königliches Mahl mit musikalischer Untermalung. Zubereitung der Lieblingsgerichte von König Ludwig II.

13.06. Sprirituelles Programm / 17 Uhr
Graswangtal (Gemeinde Ettal), Gertrudiskapelle Dickelschwaig Gedenkmesse am Todestag von König Ludwig II.

15. bis 17.06 Benediktiner Klassiktage
Verschiedene Orte im Kloster Ettal, Symposium, Kammerkonzert, Bläserkonzert und Liedrezital mit Mitgliedern des Staatsorchesters München, Orchestra of Europe, u.a. Werke von Wagner, Prokofjew, Mozart, Bartesch, u.a.

29. und 30.06. Konzert
Innenhof des Ettaler Klosters, das Richard-Strauss-Festival zu Gast in Ettal. Orchesterkonzerte mit Musik von Richard Strauss und Sergej Prokofjew.

Hier finden Sie das gesamte Rahmenprogramm

"Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern"

Kloster Ettal wird vom 3. Mai bis 4. November 2018 der Schauplatz für die Bayerische Landesausstellung 2018 „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“ sein.

Kloster Ettal: Die passende Kulisse für den "Mythos Bayern"

Das Haus der Bayerischen Geschichte, Kloster Ettal und der Landkreis Garmisch-Partenkirchen veranstalten in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten, der Bayerischen Forstverwaltung und der Bayerischen Schlösserverwaltung im Südflügel des Klosters auf rund 1500 qm die Landesausstellung, die dem „Mythos Bayern“ nachspürt.

Und was ist der „Mythos Bayern“? Eine Landschaft, ihre Menschen und eine besondere Art zu leben; ein König und seine Schlösser, und schließlich seit 1918 der „Freistaat Bayern“, der dem Mythos die Volkskrone aufsetzt.

Impressionen: Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern

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