Ein Haus für die Münchner

- Natürlich war und ist Franz von Stuck der wahre Hausherr seines Villen-Gesamtkunstwerks an der Münchner Prinzregentenstraße 60, unweit des Friedensengels. Jetzt aber bekommt der Malerfürst einen zweiten Hausherren an die Seite gestellt. Der Stiftungsrat des Museums Villa Stuck (Stiftung der Landeshauptstadt und Schenkung Hans Joachim Ziersch) schlug Michael Buhrs dem Stadtrat vor; und dieser akzeptierte.

Damit ist der Ausstellungskurator (seit 1995) und ab 2001 stellvertretende Direktor zum neuen Museumschef erkoren worden. Er folgt auf Jo-Anne Birnie Danzker, die nach 15 Jahren zum Jahreswechsel ihren Posten verlässt. Sie will als freie Kuratorin arbeiten.

Buhrs, der 1971 in Bayreuth geboren wurde und an der Münchner Universität Kunstgeschichte und Volkskunde studiert hat, gestaltete schon seit Jahren die Präsentationen im Museum Villa Stuck mit, war außerdem maßgeblich an der Organisation beteiligt. Kontinuität bedeutet für ihn also "die Fortsetzung einer sehr erfolgreichen Arbeit"; "Bedarf für einen Schnitt" sieht er nicht. So ist denn einer seiner Schwerpunkte das "Künstlerhaus". Das wundervolle Gebäude wurde in den vergangenen Jahren in zwei Bauabschnitten (Ateliertrakt und Wohnhaus) ausgebaut beziehungsweise glanzvoll restauriert.

Der neue Chef übernimmt aber nicht einfach - trotz Birnie Danzkers energischer Aufbauarbeit auch auf dem Sektor Ausstellungen - eine "gmahte Wiesn", sondern er muss die Neugierde auf den Prachtbau immer wieder anstacheln. Und weiterentwickeln. Deswegen will Buhrs beispielsweise zeitgenössische Künstler auf die Villa und Stuck reagieren lassen, wie es vor Jahren schon ausprobiert wurde. ",Künstlerhaus’ bedeutet zugleich, dass wir uns in Richtung Theater öffnen wollen. Es muss nicht immer nur bildende Kunst sein."

"Wichtig ist mir außerdem zu zeigen, dass die Villa über Stucks Zeit hinaus eine spannende Geschichte hatte. Sie war ja lange ein ,Galeriehaus’ von Ketterer, van de Loo . . . Das ist noch gar nicht aufgearbeitet."

Ein dritter Schwerpunkt ist die internationale Verflechtung. "Ich war in dem Bereich persönlich sehr engagiert; diese Auseinandersetzung will ich weiterverfolgen. ,Shanghai Modern’ hat da eine Tür nach China aufgestoßen, aber die Fragestellung gilt auch für andere Kontinente: Wo setzt moderne Kunst ein? Wie sind die Querverbindungen nach Europa?" Das In-die-Ferne-Schweifen kennzeichnet jedoch nur einen Teil der Pläne. "Wir sind ein Münchner Haus und wollen für die Münchner da sein." Das beinhaltet ebenfalls: "die Zusammenarbeit mit anderen Münchner Museen auszubauen".

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