Haydn und die Amerikaner

- Christoph Poppen, im achten Jahr künstlerischer Leiter des Münchener Kammerorchesters (MKO), arbeitet bei der Programmkonzeption für sein Ensemble grundsätzlich mit thematischen Schwerpunkten, die Verbindungen zwischen Klassik und Moderne schaffen. Eine spannungsreiche Kombination verspricht auch die Saison 2003/ 04 zu werden.Im Mittelpunkt steht Joseph Haydn, kontrastiert mit amerikanischer Kammerorchester-Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts.

<P>Poppen meinte, dass es zwar eine eigenartige Sache sei, im Augenblick eine amerikanische Saison zu planen, glaubt sich aber mit allen vertretenen Künstlern und Komponisten im selben Geiste verbunden.<BR><BR>Geschäftsführer Wirth hat das Ensemble verlassen</P><P>Eröffnet wird die Spielzeit am 23. Oktober, dem 80. Geburtstag des Komponisten Ned Rorem, mit der deutschen Erstaufführung seines Cellokonzertes. Solist ist David Geringas, für den es auch geschrieben ist. Zudem steht die Uraufführung der Sinfonie Nr. 14 von Gloria Coates auf dem Programm sowie Haydns Sinfonie Nr. 64 "Tempora mutantur" und das C-Dur-Cellokonzert.<BR><BR>Insgesamt kommen in den sieben Abo-Konzerten im Herkulessaal vor allem selten gespielte Haydn-Werke zur Aufführung, darunter sieben Symphonien, die Sinfonia Concertante, Konzerte für Cello, Klavier und Oboe, eine Ouvertüre sowie die Konzertarie "Scena di Berenice". Gegenübergestellt sind Haydn die Kollegen Copland, Ives, Barber, Bernstein, Cage, Adams, Julia Wolfe sowie schwerpunktmäßig Elliott Carter. </P><P>Weitere Solisten der Saison sind Muriel Cantoreggi, Pieter Wispelwey, Marco Postinghel, die junge holländische Geigerin Janine Jansen, John Edward Kelly, Dejan Lazic, Franç¸ois Leleux, Juliane Banse und Heinz Holliger, der auch dirigieren wird. Als Gastdirigenten sind Alexander Liebreich und Juha Kangas geladen - und natürlich steht Christoph Poppen am Pult.<BR><BR>Für die sechs Sonderkonzerte hat man sich aufgrund der wirtschaftlichen Lage zur Kooperation mit Münchner Konzertveranstaltern entschlossen. Neu sind dabei drei Nachtprogramme in der Pinakothek der Moderne mit Werken von Widmann, Reimann und Webern (27.9.03, 24.1.04, 8.5.04). Sunnyi Melles erzählt in den Kinderkonzerten am 6. und 7. März 2004 die Geschichte von "Peter und der Wolf". Mit einem Teil der Sonderkonzerte gastiert man bereits im Prinzregententheater, in dem ab der Saison 04/05 auch die Abo-Abende stattfinden werden.<BR><BR>Finanziell schöpfte man in den vergangenen Jahren nie aus dem Vollen. Daher dankte Christoph Poppen der Stadt München und dem Freistaat Bayern für den weiteren Erhalt der finanziellen Mittel, empfand das als große Auszeichnung und Vertrauensbeweis und erinnerte daran, dass das in München derzeit nicht selbstverständlich sei.<BR><BR>Der Sponsor sd&m wünscht im Jahresprogramm "erlebnisreiche Faszination" - vielleicht auch Anreiz für einen künftigen Geschäftsführer, nachdem der bisherige, Hans-Peter Wirth, am 31. März seinen letzten Arbeitstag hatte. Man habe sich "in gegenseitigem Einvernehmen" getrennt, nähere Gründe wurden nicht genannt.</P><P> </P>

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