Heitere Kunst am Fontänenplatz

- Ein riesiger Kronleuchter pendelt im Schaufenster und läutet eine neue Ära ein: Nicht nur, dass der Petuelpark ein "ganz großer Wurf" in Sachen "Stadtreparatur" geworden ist, nein, jetzt hat das Münchner Bauprojekt als Schlussakzent auch einen Meilenstein in Sachen Kunst gesetzt. Oberbürgermeister Christian Ude konnte sich kaum bremsen: Der "Idealfall eines Volksparks", der über dem Verkehrstunnel entstanden ist, sei eine optimale Verbindung zweier getrennter Stadtteile, sei eine "historische Glückssituation". Und jetzt noch die Vollendung in Form eines Café´s, das als Ausstellungsraum auch die Kommunikation über Kunst und das Leben ermöglicht (Barlach-/ Klopstockstraße).

Der Enthusiasmus ist begründet. Seit einem Jahr hat sich der Petuelpark samt diverser Skulpturen bewährt. Jetzt hat das Architekturbüro Kiessler mit dem Café´ und dem aus Kostengründen nunmehr integrierten Kubus einen transparenten, klar gegliederten Kunstraum geschaffen. Garten-Durchsicht allerorts, Sachlichkeit und viel Platz - genau das richtige Ambiente, um sich auszutoben: Zum Auftakt gibt der Parkkunst-Kurator Stephan Huber eine Zusammenfassung seines Schaffens im Demofenster. Seine marmorweißen Berge sind diesmal aus Staub, sein Leuchter schwingt verheißungsvoll über diesem Kleinkosmos. Die "Kalte Kammer" ist eine explosive Verbindung von Ideallandschaft, Bürgerlichkeit und Bedrohung. Nach dieser Präsentation bis August wird künftig unter Leitung des Lenbachhauses vor allem junge Kunst den Geist der Zeit aufspüren.<BR><BR>Der Rest des Café´s ist in Frauenhand: Barbara Bloom hat ein Stückchen Vitalität mit tanzenden Röcken auf Minibildschirmen im Treppenhaus integriert. Kiki Smith hat den Park ins Obergeschoss geholt: Ein bronzener Rosenbusch, flankiert von Sternenreliefs, lädt zum Träumen und Genießen ein. Draußen in der Vitrine lockt eine gemeine Auswahl an mächtigen Schokoladentorten: Alexandra Ranner verführt mit verfremdeten Kunststoff-Attrappen zum genauen Hinsehen und Hinterfragen. Davor sprühen die 14 Düsen des Fontänenplatzes. Sprudel-Wechsel soll dem Grundkonzept, nämlich heitere, leicht zugängliche Kunst, Rechnung tragen. Im Generationengarten wird diese Idee weitergeführt: Im Glaspavillon mit Tonnendach werden künftig Workshops, Feste und Diskussionen stattfinden. <BR><BR>Kostenfaktor für dieses Ausnahmekonzept in Sachen gut verträglicher Kunst und Bürgernähe: Die Rahmenvorgabe von 204,5 Millionen Euro für den Tunnel konnten sogar um zehn Millionen unterschritten werden. 75 Millionen finanzierte die Stadt selbst, der Rest summiert sich aus Zuschüssen und Sponsorengeldern. 2,4 Millionen Euro wurden für Café´ und Kubus aufgewendet, 10,9 Millionen Euro für den Fontänenplatz.

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