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Brillant als Franz Josef Strauß – doch will sich Kabarettist Helmut Schleich (hier im vergangenen Jahr auf der historischen Wiesn) nicht auf diese Rolle reduzieren.

Helmut Schleich und sein Kampf mit Franz Josef Strauß

München - Der Kaberettist Helmut Schleich kämpft mit seiner Paradefigur Franz Josef Strauß. Der mischt sich inzwischen auch in den unpassendsten Situationen in Schleichs Leben ein. Doch er hat sich Strategien überlegt, wie er ihn wieder loswerden könnte.

Helmut Schleich hat Glück gehabt: Im vergangenen Jahr bekam der Kabarettist die Gelegenheit, eine seiner großen Stärken ausspielen zu können: Er durfte auf dem Nockherberg noch einmal als Franz Josef Strauß die Sau rauslassen. Auf der historischen Wiesn zapfte er sogar als FJS an. Und heuer? Noch einmal mit der gut abgehangenen Parodie auf Nummer sicher gehen? Oder sich davon distanzieren? „Nicht mit mir!“, sagt Schleich in seinem neuen Programm von morgen an in der Lach- und Schießgesellschaft – und er macht beides.

Strauß wird der rote Faden der Vorstellung sein, kündigt Schleich an – aber der untote Landesvater ist gleichzeitig sein Gegenspieler. „Dadurch, dass ich ihn letztes Jahr wieder gespielt habe, hat Strauß mich jetzt besetzt“, erklärt der 54-Jährige und lacht. „Er kann sich jederzeit in mein Leben einmischen. Und das tut er auch – in den unpassendsten Momenten.“

Es geht also darum: Wie wird man den Strauß wieder los? Und das kann man wohl auch auf den echten Helmut Schleich übertragen, schließlich will der sich nicht auf eine Figur reduzieren lassen, so brillant er sie auch verkörpert. In „Nicht mit mir!“ verfolgt der Kabarettist verschiedene Strategien – und spielt dabei die skurrilsten Typen: „Ich gehe mit meiner Strauß-Besetztheit zu einem Therapeuten – ein Schlagerpsychologe. Eine neue Form der Psychologie: Mit Schlagertexten heilen.“

Aber natürlich wird Schleich den Strauß so nicht los. Vielleicht hilft ja ein „Strauß-Exorzist“? „Ich wende mich ans Ordinariat, ob man den Strauß austreiben kann. Da meldet sich aber sofort Rom: ,Wir haben einen Fall, wo ein Mittelfranke von Markus Söder befallen ist. Das ist wirklich schlimm. Aber wenn man als Bayer von FJS besetzt ist, sollte man den nicht austreiben wollen, den sollte man als Gnade begreifen.‘“

Im Laufe des Abends lernen die Zuschauer verschiedenste Figuren kennen – und Schleich wird selbstverständlich wieder menschliche Dummheiten filetieren und aktuelle Politik aufs Korn nehmen. Wobei das mit der Aktualität so eine Sache sei, meint er: „Ich lasse beim Schreiben des Programms natürlich immer Lücken für Aktuelles. Aber als Satiriker darf man sich nicht zum Sklaven der Themenhetze machen.“ Es gebe Themen, etwa den Krieg in Afghanistan, die dürfe man einfach nicht aus dem Blick lassen. „Immer aktuell ist auch: Wie gehen wir mit unserer Jugend um, in punkto Bildung und Erziehung? Guttenberg schön und gut, aber ein wirklich großes Thema war der doch nicht. Es kam der nächste Verteidigungsminister, und jetzt geht alles weiter wie bisher.“ Bei seiner Analyse kommt Schleich ein Wahrsager Zuhilfe. „Aber einer, der das Problem hat, dass er nur in die Vergangenheit schauen kann. Er hat zwar andauernd Visionen – aber es ist immer nur Zeug, was schon war. Und das macht ihn fertig.“ Am Ende gelinge ihm tatsächlich auch mal eine Voraussage. „Aber was er sieht, verrate ich jetzt noch nicht.“

Immerhin verrät Schleich schon jetzt, wie er letztlich doch seinen Strauß los wird: „Am Schluss komme ich auf die Idee: Ich muss ihm etwas entgegensetzen. Dann gibt es einen parodistischen Showdown, bei dem ich verschiedene Figuren gegen ihn antreten lasse. Dann kann ich mich verabschieden und die auf der Bühne alleine lassen.“

So zieht sich in „Nicht mit mir!“ also ein Satiriker aus der Affäre – und es sollte doch verwundern, wenn daran nicht alle ihren Spaß hätten.

Von Johannes Löhr 

Das Programm

Schleichs vierwöchiges Gastspiel in der Lach & Schieß ist ausverkauft. Weitere Vorstellungen gibt es im Lustspielhaus – am 2./ 24. und 25. Juli.

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