Henne trifft Elster

- "Was machen wir eigentlich falsch?" Und eine Antwort auf die Frage von Intendant Anselm Rose fällt wirklich schwer. Knapp 90 Prozent Platzausnutzung in rund 100 Konzerten, 368 Dienste pro Jahr, zwölf Prozent mehr Abonnenten allein im Herkulessaal: Die Münchner Symphoniker sind eine der erfolgreichsten Kulturinstitutionen Bayerns. Doch die Stadt droht bekanntlich, ab 2005 aus der Finanzierung auszusteigen, 30 Prozent am Gesamtetat steuert sie bislang noch bei.

<P>Für zwei Spielzeiten ist das Überleben garantiert</P><P>"Die Symphoniker gibt es dann nicht mehr in spielfähiger Größe", sagt Chefdirigent Heiko Mathias Förster über den Ernstfall. Zwar hat sich das Ensemble bereits nach weiteren Sponsoren umgesehen. Aber die, so Intendant Rose, hätten auch aus Imagegründen abgewunken: Wenn sich die Stadt nicht hinter das Orchester stelle, zeige die Wirtschaft kaum Interesse.<BR><BR>Bei den Symphonikern hofft man dennoch, dass die kommende Saison nicht das Finale des Orchesters einläutet. Rose: "Unser Optimismus drückt sich darin aus, dass wir planen." Zum Beispiel einen Brahms-Zyklus mit allen Symphonien und Solo-Konzerten unter Leitung von Heiko Mathias Förster. </P><P>Oder Abo-Abende, die erstmals mit einem Thema locken. "Am Rhein" (Oktober) verbindet Schumanns "Rheinische" mit Bernd Alois Zimmermanns "Rheinischen Kirmestänzen". Und "Die Vögel" (März '04) bringt neben Rossinis Ouvertüre zur "Diebischen Elster" auch Haydns 83. Symphonie ("Die Henne") sowie Respighis Suite "Die Vögel". Bei den "Italienischen Impressionen" (Mai '04), die natürlich mit Mendelssohn Bartholdys "italienischer" Symphonie aufwarten, findet sich eine weitere Repertoire-Domäne des Orchesters, die Filmmusik: Gespielt wird Nino Rotas Untermalung für "Der Pate".<BR><BR>Daneben gibt es eine Reihe von Gastspiel-Projekten, darunter eine Europareise mit René´e Fleming. Und auch die übrigen Tourneepläne der Symphoniker fordern Respekt: 2003 soll es nach Spanien gehen, 2004 nach China und Japan, 2005 für fünf Wochen in die USA - vorausgesetzt, die Stadt sorgt nicht für das endgültige Aus. Laut Anselm Rose will man im Herbst noch einmal Gespräche mit den Verantwortlichen führen, denn: "Auch wenn wir alle Sparpläne mit Gehalts- und Stellenkürzungen verwirklichen, ist unser Überleben gerade noch für zwei Spielzeiten garantiert."<BR></P><P>Genaue Konzert-Infos unter www.muenchenmusik.de oder Tel. 089/ 93 60 93.</P>

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