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Herbsttagung der Intendanten

- Saarbrücken - Die Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein wirft Kulturpolitikern eine einseitige Ausrichtung aufs Sparen und die Entmachtung der Theater-Leiter vor. Besonders ausgeprägt sei dieses Denken in Städten wie Bremen, Kiel und Saarbrücken, sagte der Vorsitzende Holk Freytag, Intendant des Staatsschauspiels Dresden, am Samstag zum Abschluss der Herbsttagung der Intendanten in der saarländischen Landeshauptstadt.

In Saarbrücken habe die Landesregierung dem Saarländischen Staatstheater ein Sparziel von sechs Millionen Euro bis 2009 gesetzt. "Wir sind überzeugt, dass das Sparziel willkürlich ist", sagte Freytag. Es sei mit den vorhandenen Mitteln nicht zu erreichen. Der derzeitige Saarbrücker Intendant Kurt-Josef Schildknecht gibt sein Amt nach der laufenden Spielzeit ab, weil er die Sparvorgabe nicht umsetzen könne. Der Etat soll von derzeit 24,5 Millionen Euro pro Jahr auf 18,5 Millionen Euro im Jahr 2009 gekürzt werden. Mit ihrer Sitzung in Saarbrücken wollten die Intendanten Schildknechts Leistungen würdigen, sagte Freytag.

Er wies auch auf die schwierige Situation seiner Kollegen in Bremen hin. Die Theaterbeschäftigten erhielten dort ihre Gehälter nicht und sollten so zum künftigen Gehaltsverzicht gezwungen werden. Die Intendantengruppe werde dem Bremer Kultursenator ein Ultimatum setzen: Werde bis zum Ende kommender Woche nicht sicher gestellt, dass die Gehälter bis zum Ende der Spielzeit gezahlt werden, dann organisiere der Bühnenverein am 20. November eine große Protestveranstaltung in der Hansestadt.

In Kiel dürfe die Intendanz nicht mehr über führende Positionen entscheiden. Stattdessen besetze der Kulturausschuss Stellen wie die des Ballettdirektors, des Chefdramaturgen oder des Chordirektors. Freytag nannte dieses Vorgehen eine "kulturpolitische Demontage".

Die Intendantengruppe machte zudem darauf aufmerksam, dass die öffentlichen Mittel für die Theater stärker gesenkt würden als in vielen anderen Bereichen. So hätten die deutschen Spielstätten in der Spielzeit 2003/2004 eine Kürzung ihrer rund zwei Milliarden Euro umfassenden Finanzierung um 49 Millionen Euro hinnehmen müssen. Mehr als 550 Stellen seien gestrichen worden. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre seien 6000 von 45 000 Stellen abgebaut worden.

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