Herrenchiemsee wird Insel der sieben Museen

Herrenchiemsee - Pünktlich zum dreifachen Jubiläumsjahr hat Finanzminister Kurt Faltlhauser als oberster bayerischer Schlossherr einige aufsehenerregende Projekte für die Herreninsel im Chiemsee angekündigt. 2008 jährt sich zum 130. Mal die Grundsteinlegung für das Königsschloss, zum 60. Mal die Tagung des Verfassungskonvents und zum zehnten Mal die Eröffnung des Museums im Augustiner-Chorherrenstift, dem ältesten Kloster nördlich der Alpen.

Erstmals zeigte der Minister eine Lösung für den Inseldom auf. Der Bau aus dem siebten Jahrhundert war 1802/03 dem Vandalismus der Säkularisation zum Opfer gefallen und verwüstet worden. Zeitweise diente er als Brauerei. "Ich meine, dass der Freistaat den Zustand in den nächsten zwei Legislaturperioden beenden wird."

Schätzungen gehen von 30 bis 60 Millionen Euro Kosten aus, um den Dom zu restaurieren und ihn für Veranstaltungen nutzen zu können.

Bereits für 2008 kündigte Faltlhauser zwei weitere Großprojekte an. Das Restaurant des alten Schlosshotels soll für 3,8 Millionen Euro saniert und der Nordflügel des Königsschlosses umgebaut werden.

In den bis zu zwölf Meter hohen Räumen mit Backsteinmauern, die beim Bau unvollendet blieben, sollen danach wechselnde Ausstellungen präsentiert werden.

Schon im Frühjahr werden Kaiser- und Gartensaal sowie Hofküche im Augustiner-Chorherrenstift der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Säle mit außergewöhnlich gut erhaltenen barocken Decken- und Wandmalereien sowie einem im Original erhaltenen Parkettboden werden momentan restauriert. Nach Abschluss der Arbeiten wird Herrenchiemsee über sieben Museen verfügen.

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