Im Herzen der Zivilisation

- Traumstadt, Lichterstadt, Stadt der Liebe, Kunstmetropole. Kein Begriff, der sich nicht mit Frankreichs Kapitale verbinden ließe. Gerade schön genug dafür, als nobles Präsent unter den Christbaum gelegt zu werden, ist der fantastische Bild- und Textband "Paris": so vielfältig wie kaum eine zweite, so unterhaltsam, abwechslungsreich, informativ und luxuriös bebildert wie keine andere Biografie einer Metropole.

<P>Dieses von Gilles Plazy herausgegebene Prachtexemplar widmet sich allen Bereichen: Geschichte, Architektur, Kunst, Lebensart. Und der Promenade, wie sich das letzte Kapitel nennt. Darin zu finden unter anderem alles über die Seine, über die Gärten, über den Surrealismus, über Kino und Jazz. Die Essays zu den einzelnen Abteilungen sind durchweg lesenswert.</P><P>"In Paris zu leben heißt, sich als Pariser zu gerieren, also als jemand von Welt, der zeitgeistig ist, der im Herzen der Zivilisation wohnt, in einem Zentrum der Kultur - ob nun gebürtiger Pariser oder nicht. Paris hat es immer schon gefallen, das Flair einer eleganten Lässigkeit zu pflegen, das Image einer schönen Frau, die ihre Zeit in Café´s verbringt, in Luxusboutiquen, Nobelrestaurants, Kunstsalons, in goldflimmernden Theatersälen. Doch wer lässt sich von einem derart illusionistischen Bild schon täuschen? Als kennte Paris nicht auch Arbeit, Schweiß, Elend, schlechten Geschmack, Dramen, Kleinkariertheit . . ." So beschreibt Gilles Kerhouin in seinem Aufsatz "Ein Fest fürs Leben" die Gegensätze und die Vielseitigkeit der Stadt.</P><P>Und so stellt sie sich dem Leser und Betrachter des Buches dar, dessen Herausgeber sagt: "Wie jede Großstadt dieser Welt gibt auch Paris sich denen hin, die bereit sind, sie zu lieben." Das ist auch wahrlich kein Kunststück. Schon die Einführung in die Historie ist süffig geschrieben und luxuriös illustriert - mit großartigen Gemälden aus den Zeiten früher Kriege und Revolutionen sowie Fotos zu den geschichtlichen Ereignissen des 20. Jahrhunderts. Dieser Band dokumentiert nicht nur das Werden und Leben Paris'. Er ist damit auch eine Galerie der Gemälde und besten Fotografien der Welt.<BR>Sabine Dultz</P><P>Gilles Plazy (Hrsg.): "Paris". Ins Deutsche übersetzt von Martina Georg, Gisela Sturm, Mathias Wolf. Éditions Flammarion, Paris. 200 Seiten, 84 Euro.<BR><BR></P>

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