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Die Technik steht im Vordergrund bei "Flimmerskotom".

Münchner Volkstheater

Festival "Radikal jung" startet: Magische Momente

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München - Heute startet das Regie-Festival „Radikal jung“ – mit einer Inszenierung, in der die Technik die Hauptrolle spielt.

Der Schauspieler an sich tritt ja nur ungern in den Hintergrund. Normalerweise ist es an den Scheinwerfern, ihn ins rechte Licht und damit ins Zentrum zu rücken. Gregor Glogowski, Alisa M. Hecke und Benjamin Hoesch pfeifen auf diese klassische Arbeitsaufteilung im Theaterbetrieb: In ihrem Stück „Flimmerskotom“, das im Rahmen von "Radikal jung" aufgeführt wird, sind die Protagonisten die technischen Geräte.

Viele davon stehen sonst verstaubt im Keller. Eine Wackellampe zum Beispiel, seit fünf Jahren wurde sie nicht mehr genutzt. Nun hat sie ihren großen Auftritt: im Rahmen von „Radikal jung“, dem Festival junger Regisseure, zu dem das Volkstheater von heute an für eine Woche einlädt. Glogowski, Hecke und Hoesch sind Master-Studenten der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen. Während eines szenischen Projekts, das sich mit Licht auseinandersetzte, kamen sie auf den Gedanken: Wo Licht, da doch auch Dunkelheit. Das Zusammenspiel aus beidem, die Frage, was im Verborgenen bleibt und was angestrahlt wird, begann sie zu interessieren. „Flimmerskotom“ – der medizinische Fachbegriff für Augenflimmern – macht die Dinge zum Hauptakteur, die Sehen und Hören im Theater überhaupt erst ermöglichen: Scheinwerfer, Diaprojektor und „viele sehr, sehr schöne Neonröhren“, erzählt Hecke.

Die 25-Jährige kann jeden Zweifel, ob so ein Schauspiel ohne Schauspieler überhaupt unterhaltsam ist, in Lichtsekunden zerstreuen. „Wir reproduzieren und brechen bewusst Theatermittel, die man als Zuschauer kennt. Mit Akteuren, die sonst in den Kulissen versteckt sind“, erklärt sie. „Aus dem dunklen Bühnenraum heraus werden sie nach und nach sicht- und hörbar. Das sind magische Momente.“

Nun funktioniert diese technische Inszenierung vor allem im Zusammenspiel mit dem Raum. Das Volkstheater mit seiner klassischen Guckkastenbühne ist da eine Herausforderung. Die drei Studenten, die seit heute Früh im Theater sind, um alles zu arrangieren, freuen sich darauf. „Wie wird der Ton auf die Bühne reagieren? Welche Reflexionen von Licht werden im Bühnenraum sichtbar? Das wird eine spannende Adaption“, ist Hecke sicher. Sie ist übrigens die Einzige, die ebenfalls zu sehen sein wird. Aber nur, so betont sie, um die Inszenierung am Leben zu halten. Den Rest übernimmt die Technik. Spot an.

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