Hey! Ba-Ba-Re-Bop

- Wenn Lionel Hampton aufspielte, kannte die Begeisterung keine Grenzen. Mit Swing-Hits wie "Hey! Ba-Ba-Re-Bop" oder "Hamp's Boogie Woogie" trieb er sein Publikum immer wieder zur Ekstase. Ganze Stuhlreihen mussten nach manchen Auftritten des Lionel Hampton Orchestra ausgewechselt werden. Groß war daher die Erschütterung, als sich die Nachricht vom Tod des letzten echten Stars aus der Generation der "Super-Jazzer" verbreitete. Radio- und Fernsehsender unterbrachen ihre Programme für die Mitteilung, dass "einer der bedeutendsten amerikanischen Künstler" am Samstagmorgen um 6.15 Uhr Ortszeit im Medizinischen Zentrum Mount Sinai in New York im Alter von 94 Jahren an Herzversagen gestorben war.

<P> Hampton war im "Big Apple" nicht nur wegen seiner Musik beliebt, sondern auch wegen seines sozialen Engagements. So sorgte er dafür, dass in Harlem Sozialwohnungen gebaut wurden. Als Mitglied der New Yorker Menschenrechtskommission prangerte er den Rassismus an.</P><P></P><P>Unüberhörbar war der in Louisville (Kentucky) als Sohn eines Pianisten und Sängers geborene Lionel Leo Hampton bereits Ende der 20er-Jahre als Schlagzeuger und Pianist verschiedener Bands in Chicago. "Ich habe alles in der geheiligten Kirche gelernt, schon mit sechs oder sieben Jahren", sagte Hampton in einem seiner letzten Interviews. "Den Beat, das Händeklatschen, den Marsch durch die Reihen des Publikums, alles." Dann kam 1930 der Moment, der ihn zum berühmtesten Jazz-Vibrafonisten machen sollte. In einem Studio in Culver City (Kalifornien) begleitete er mit der Band von Les Hite Louis Armstrong bei Schallplattenaufnahmen. Der zeigte auf ein altes Vibrafon: "Kannst du so was auch spielen?" Hampton probierte eine knappe Stunde, und dann nahm er mit Armstrong als Sänger "Memories of You" auf. So wurde das Vibrafon als Jazzinstrument neu geboren. Fortan galt "Hamp" als der "Geheimtipp" der Szene, und die Bandleader rissen sich um ihn.</P><P>Zum Weltstar wurde er einige Jahre später als Mitglied von Benny Goodmans Quartett. Er war damit einer der ersten Schwarzen, die gemeinsam mit weißen Musikern auftraten. 1938 war Hampton beim legendären All-Star-Konzert mit Goodmans Band in der New Yorker Carnegie Hall dabei - der endgültige Durchbruch für den Jazz von Kneipen und Sportarenen zu den vornehmen Konzertsälen des weißen Bürgertums. 1940 stellte er seine eigene Big Band zusammen, und bald bereiste das Lionel Hampton Orchestra die Welt.</P>

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