"Hier herrscht Ratlosigkeit"

- Mit seiner Ankündigung, Hamburg aus Enttäuschung über die Kulturpolitik den Rücken zu kehren, hat Generalmusikdirektor Ingo Metzmacher ein Fanal gesetzt. Sein Abgang nach monatelangen erfolglosen Verhandlungen mit der umstrittenen Kultursenatorin Dana Horá´ková´ könnte der Beginn einer kulturellen Verödung der zweitgrößten Stadt Deutschlands sein. Tom Stromberg, ebenfalls umstrittener Intendant des Deutschen Schauspielhauses, liegt seit dem Amtsantritt Horá´ková´s vor einem Jahr mit der parteilosen Politikerin im Dauerclinch.

Er spricht aus, was viele in der Kulturszene seitdem denken: "Hier herrscht Ratlosigkeit auf allen Seiten. Ich weiß nicht, wo es hingehen soll in dieser Stadt." "Unfähigkeit zum kompetenten Dialog, Polarisierung und einen vor allem ökonomisch geprägten populistischen Blick auf die Kultur werfen viele der 55-jährigen promovierten Philosophin vor. An allen drei Hamburger Staatstheatern stehen Vertragsverhandlungen mit den Intendanten ab 2005 an. Oper, Thalia und Schauspielhaus haben aus Geldmangel schwere Probleme und brauchen verlässliche Etat-Zusagen. Die allerdings sind von Horá´ková´ bislang ausgeblieben. Und auch vom Regierungschef Ole von Beust , der Hamburg gern als weltoffen und tolerant beschreibt, kommt keine Hilfe.

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