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Highlights in München: Nur selten sehen Sie Nolde, Warhol und Kandinsky aus dieser Nähe

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Von: Lam Vy Nguyen

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Das Kunstwerk „Feld“ von Günther Uecker.
Das Nagelbild „Feld“ von Günther Uecker ist mehrere Millionen Euro wert. © Astrid Schmidhuber

Auf der „Highlights“-Messe in München können Besucher Kunst sehen, die zwar nicht für jeden bezahlbar, dafür aber erstklassig ist.

Kein meterlanger Abstand, keine Trennwände oder Museumsmitarbeiter, die einen vom Kunstwerk wegscheuchen, weil man sich zu sehr herangewagt hat: Auf den „Highlights“ in der Residenz München kann sich jeder Besucher glanzvolle Kunst von ganz nah anschauen – oder auch erwerben. Der Name der internationalen Kunstmesse verspricht nicht zu wenig. Exquisite Exponate stehen beieinander, Emil Nolde neben Günther Uecker, Andy Warhol neben historischen Skulpturen aus dem siebten Jahrhundert und Wassily Kandinsky.

München: Exponate im Wert von Millionen auf den „Highlights“ sehen

Das zwei Meter breite Nagelbild „Feld“ (1997) von Günther Uecker ist mit 2,7 Millionen Euro das teuerste Exponat der Messe. Die Nägel sind dicht und dynamisch auf die Leinwand geschlagen, weiße Farbelemente verleihen dem Werk noch mehr Bewegung und lassen es von Weitem wie einen weichen Teppich wirken. Einen Uecker in den Kunsthandel zu kriegen, ist schwer, ein „Glücksgriff“. Viele Sammler wollen die schwungvollen Nagelarbeiten nicht verkaufen oder gar verleihen. Erst recht nicht in dieser Größe.

Eine chinesische Kamel-Skulptur aus der Tang-Dynastie
Auf den „Highlights“ in München findet man nicht nur Gemälde, sondern auch alte Skulpturen wie dieses Kamel mit abnehmbarem Sattel. © Astrid Schmidhuber

In einem anderen wohnzimmerähnlichen Ausstellungsraum samt Sitzmöglichkeiten hängt das expressionistische Werk „Huldigung“ (1947) von Emil Nolde. Sonst für seine Stillleben oder Blumendarstellungen bekannt, malte Nolde hier Menschen. Wer die Personen mit heller olivgrüner Haut sind, ist unbekannt. Nolde schenkte das Gemälde damals seiner zweiten, 50 Jahre jüngeren Frau Jolanthe, in deren Besitz es bis zu ihrem Tod 2010 blieb. Käufer können das Meisterwerk des deutschen Expressionisten für stolze 1,45 Millionen Euro erwerben. Da könnte das Siebdruck-Porträt „Joseph Beuys, State II“ von Andy Warhol, das wie ein Röntgenbild aussieht, mit einem Kaufpreis von 65 000 Euro schon fast als Schnäppchen gelten.

Das Meisterwerk „Huldigung“ von Emil Nolde.
„Huldigung“ von Emil Nolde wird zum ersten Mal im Kunsthandel angeboten. © Astrid Schmidhuber

Wer durch die Räume läuft, geht auch durch die Kunstgeschichte. Die historische Atmosphäre der Residenz verstärkt die hochkarätigen Exponate, und auch wenn deren Preise bei Weitem das Portemonnaie sprengen dürften, sehenswert sind die „Highlights“ allemal, so war die internationale Kunstmesse in München auch im vergangenen Jahr vielversprechend*. Von 21. bis 24. Oktober, tägl. 11-20 Uhr, Do.11-22 Uhr, So. 11-19 Uhr, Residenzstraße 1; Tickets (15 Euro/Senioren: 10 Euro/Studenten: 5 Euro/ Kinder und Jugendliche frei) an der Tageskasse, munichhighlights.com. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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