Hilfe nach der Flut

- Die neuen Gerhard-Richter-Säle der Gemäldegalerie Neue Meister schaffen in Dresden eine Aufbruchsstimmung. 41 Werke des internationalen "Stars" werden von nun an zu sehen sein; dabei handelt es sich um 40 Dauerleihgaben des gebürtigen Dresdners, der vor 40 Jahren in den Westen übergesiedelt war. Kein Museum auf der Welt hat so viele Arbeiten des Meisters. Angefangen hatte das Projekt indirekt als Folge der Flutkatastrophe 2002. Richter wollte helfen und spendete sein Bild "Fels" für die Auktion zu Gunsten der schwer geschädigten Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

<P>Der anonym gebliebene Käufer gab es als Dauerleihgabe in Richters Geburtsstadt. Der Maler entschied schließlich, wichtige Bilder nach Dresden zu geben, um dort eine Lücke in der Gegenwartskunst zu füllen. Die drei Gerhard-Richter-Säle bilden den krönenden Abschluss einer Sammlung, die nun von Caspar David Friedrich über Im- und Expressionisten sowie Kunst in der DDR bis zur Gegenwartskunst reicht.<BR><BR>Auf das Monumentalbild "Fels", das bei der von Bundeskanzler Gerhard Schröder initiierten Auktion allein 2,6 Millionen Euro erbrachte, fällt der Blick des Betrachters im dritten Raum. Bis dahin spiegeln Beispiele aus allen Phasen das zwischen Abstraktion und realistischer Malerei wechselnde Schaffen des 72 Jahre alten Künstlers wider. Zwar hat Richter, der die Hängung konzipierte und persönlich begleitete, eine grobe chronologische Folge vorgenommen. In allen Sälen werden aber die Formen der Annäherung des Künstlers an das Medium Malerei deutlich. Das reicht von scheinbar realistischen Darstellungen nach Fotos wie "Onkel Rudi" bis zu elf schillernden Glasscheiben oder Spiegeln, in denen der Betrachter sogar selbst zum Bild wird.<BR><BR>Der Freistaat Sachsen hat in die angemessene Präsentation der Richter-Bilder mehr als 200 000 Euro investiert. In wenigen Wochen wurde aus dem deutlich sichtbar in die Jahre gekommenen Ausstellungsgebäude wieder ein glänzender Hort der Kunst. Das 1884 bis 1887 auf den Grundmauern des alten Zeughauses erbaute Albertinum harrt seit Jahrzehnten einer Sanierung. Die wurde durch die Entscheidung Richters beschleunigt. Für die Kunstsammlungen hat die Flut von 2002 aber nicht nur den Dialog mit Richter eröffnet, sondern bereits die Planungen für ein Richter-Museum von nationalem Rang ausgelöst.Simona Block<BR></P>

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