Hing im Haus der Kunst ganz unbehelligt

- "Wenn es auf dem Plakat um einen Kardinal oder den Papst gegangen wäre, wäre eben das Bodenpersonal schlecht weggekommen. So aber handelt es sich um eine Verunglimpfung des Glaubens. Das ist völlig daneben", sagte Bürgermeister Hep Monatzeder. Als Aufsichtsratsvorsitzender des Münchner Volkstheaters äußerte er diese Kritik und meinte damit das Motiv, mit dem die städtische Bühne für die Inszenierung "Fegefeuer in Ingolstadt" - Premiere ist am 25. Januar - warb.

<P>Plakatdruck gestoppt</P><P>Weil die Darstellung eines gekreuzigten Frosches auf einem Spielplan-Leporello abgebildet wurde und ein Plakat zieren sollte, hatte es Proteste gehagelt. Nicht nur der Generalvikar des Erzbistums München-Freising, Robert Simon, auch der Chef der CSU-Stadtratsfraktion Hans Podiuk sprachen von Verunglimpfung des Christentums und Blasphemie.<BR><BR>Das Münchner Volkstheater hat sich nun entschlossen, das Leporello aus dem Verkehr zu ziehen und den Druck des Plakats zu stoppen. Christian Stückl, Intendant des Münchner Volkstheaters, Regisseur des Salzburger "Jedermann" und der Oberammergauer Passionsspiele, erklärt dazu: "Das Plakatmotiv zu Marieluise Fleißers Stück ,Fegefeuer in Ingolstadt basiert auf einer Arbeit des 1997 verstorbenen Künstlers Martin Kippenberger. <BR><BR>Die Holzskulptur aus dem Jahr 1990 war in München vom 27. Juni bis zum 14. September 2003 in der Ausstellung ,Grotesk! im Haus der Kunst zu sehen. Wir haben uns für dieses Plakatmotiv aus Gründen der inhaltlichen Korrelation zu Marieluise Fleißers Pubertätsdrama entschieden. Das Stück zeigt den körperlich deformierten Jugendlichen Roelle als eine Figur, die sich in ihrem religiösen Weltempfinden bis zu dem Grade verliert, dass sie sich selbst als Erlöserfigur imaginiert." Es sei nie Absicht des Theaters oder Inhalt der Plakate gewesen, "mit Provokation, Schock oder Blasphemie zu werben".<BR><BR>Christian Stückl entschuldigte sich schließlich mit den Worten: "Keinesfalls wollten wir mit der Wahl dieses Plakatmotivs die religiösen Gefühle von Menschen verletzen. Wir müssen aber eingestehen, dass dies geschehen ist, und wir bedauern dies sehr."</P>

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