Hinterhäuser wird Salzburgs Konzertchef

- Für Markus Hinterhäuser ist es wohl eine späte Genugtuung. Seine von ihm mitgegründete Reihe "Zeitfluss" war zwischen 1993 und 2001 ein Schrittmacher für Neue Musik und avantgardistische Präsentationsformen. Was unter dem damaligen Salzburger Festspiel-Chef Gerard Mortier gedeihen konnte, mochte der Nachfolger Peter Ruzicka nicht weiter fördern: "Zeitfluss" wurde unter anderem aus finanziellen und konzeptionellen Gründen gekippt. Nun kehrt Hinterhäuser in neuer, umfassenderer Funktion ab 2007 zu den Festspielen zurück: als Konzertdirektor.

Ursprünglich war für dieses Amt Peter Schmidl von den Wiener Philharmonikern vorgesehen. Eine heftig kritisierte Personalie, hätte sie doch dem ohnehin starken Festspiel-Orchester überproportionalen Einfluss gesichert. Doch Schmidl zog sich wieder zurück, der Konzertbereich in der Ära des künftigen Festspiel-Intendanten Jürgen Flimm wird nun von Hinterhäuser geplant.<BR><BR>Markus Hinterhäuser, Jahrgang 1959, stammt aus dem italienischen La Spezia, studierte in Wien und Salzburg und trat als Pianist mit renommierten Orchestern und Kammermusik-Partnern auf. "Die Entscheidung für Hinterhäuser steht für eine programmatische Erneuerung der Konzertsparte bei den Salzburger Festspielen", ließ das Festival gestern verlauten. Heißt das also mehr Gegenwartsmusik? Eine Neuauflage von "Zeitfluss"? Die Einladung von bislang in Salzburg ungehörter Ensembles? Wiens Philharmoniker werden's mit Skepsis registrieren.

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