Hinterhofsituation beendet

- Die Tram wird umgeleitet, der Autoverkehr gestoppt - die Bayerische Staatsoper ist bestens vorbereitet auf "Oper für alle". Zum achten Mal gibt's im Rahmen der Münchner Opernfestspiele an diesem Wochenende die populäre Live-Übertragung aus dem Nationaltheater direkt auf den Max-Joseph-Platz. Doch das ist diesmal nicht alles. Nach dreijähriger Pause wird heuer auch wieder das Staatsorchester ein Konzert auf öffentlichem Platz spielen.

<P>Eine Premiere der besonderen Art gilt es zu feiern. Denn mit Gustav Mahlers Symphonie Nr.3 d-moll eröffnet am Samstag (10. Juli) GMD Zubin Mehta mit seinen Musikern den neu gestalteten Marstallplatz. Konzertbeginn 21 Uhr, Reden zur Feier des Tages ab 20 Uhr. Am Tag danach, Sonntag, 11. Juli, dann auf Großleinwand die Direktübertragung aus der Staatsoper: Wagners "Meistersinger von Nürnberg", Beginn 17 Uhr. Wohl bemerkt, beide Veranstaltungen zum kostenfreien Eintritt.<BR><BR>Berechtigter Stolz erfüllt da alle Beteiligten bei der Präsentation dieser Vorhaben. Das sind Karsten Engel und Richard Gaul von BMW München, ohne deren finanzielles Engagement "Oper für alle" gar nicht denkbar wäre. Das ist naturgemäß auch Finanzminister Kurt Faltlhauser, der die Bebauung und Gestaltung<BR>"Kulturausgaben sind des Marstallplatzes mit Vehemenz unterstützt und betrieben hat. Und das sind selbstverständlich Intendant Peter Jonas, für den sich mit "Oper für alle" nun auch auf dem Marstallplatz ein Traum erfüllt hat, sowie Zubin Mehta, ohne dessen Bereitschaft zum Open Air gar nichts ginge. Er sieht beide Abende vor allem als ein Dankeschön ans Publikum. Man wolle "am Ende einer erfolgreichen Saison der Stadt und den Menschen etwas Freiwilliges geben".<BR><BR>"Investitionen." <BR>Richard Gaul, BMW<BR><BR>Es sind programmatische Überlegungen, die BMW dazu veranlassen, jedes Jahr "Oper für alle" in großem Stil zu fördern. Denn, so Richard Gaul für seinen Konzern: "Kulturausgaben sind Investitionen. Nicht München kann sich einiges leisten, weil hier die großen Konzerne angesiedelt sind, sondern die Konzerne sind hier, weil sich München und Bayern einiges leistet. Kulturinvestitionen sind wichtig für den Wettbewerb." Und da sei München so etwas wie das Hochplateau unter den attraktiven Standorten des Landes. "Unsere Mitarbeiter kommen nicht wegen des Skifahrens nach München - dafür haben sie keine Zeit -, sie kommen, weil hier das kulturelle Umfeld stimmt - Dank der Investitionen des Staates."<BR><BR>Dazu zählt auch der neue Marstallplatz. Faltlhauser: "Die Hinterhofsituation ist zu Ende. München bekommt ab dem 10. Juli einen neuen kulturellen ,Innenraum im unteren Bereich der Residenz. Für Open-Air-Veranstaltungen sicherlich bestens geeignet."<BR><BR>Doch ein solcher Platz brauche Belebung nicht nur durch die Musik; dazu bedürfe es auch der bildenden Kunst. So wurde Olafur Eliasson, der international renommierte, dänische Licht-Künstler gewonnen, die Südseite des Marstallplatzes (Rückwand des neuen Opern-Probengebäudes) zu gestalten. Damit wird Eliasson - nach der Lichtinstallation im Kunstbau (Lenbachhaus) und der Kugel in den Fünf Höfen - mit einer dritten Arbeit künstlerisch in München vertreten sein. Die Installation, die durch Licht und Spiegelung quasi den Platz und seine Passanten in einen Theaterraum mit Akteuren verwandelt, ist ab November zu sehen.<BR><BR></P><P> </P>

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