Hitlers erste Künstlerin

- Ein Jahr nach ihrem Tod will eine Ausstellung im Ernst Barlach Museum Wedel bei Hamburg mit dem "Mythos Leni Riefenstahl" aufräumen. Zu sehen sind 400 zum Teil unveröffentlichte Exponate zu den Reichsparteitagen und den Olympischen Spielen 1936 sowie Fotografien aus Stasi-Archiven zum Filmprojekt "Polenfeldzug". Sie sollen eine engere Beziehung der Regisseurin zum "Dritten Reich" belegen als bisher angenommen.

<P>"Es handelt sich um die erste nicht von Leni Riefenstahl selbst kontrollierte und autorisierte Ausstellung", sagte Kurator Peter Reichelt. "Leni Riefenstahl war die erste Künstlerin des Reiches und arbeitete eng mit den Nationalsozialisten zusammen." Ihre Firmen wurden von den Nazis finanziert. Erstmals werden in der Schau Stasi-Aktivitäten dokumentiert, die Riefenstahls Rehabilitierung nach dem Krieg verhindern sollten. </P><P>Zu sehen sind vom Deutschen Historischen Institut in Warschau zur Verfügung gestellte Fotografien, die beweisen, dass sie Zeugin eines der ersten von deutschen Wehrmachtssoldaten ausgeführten Massakers an der jüdischen Bevölkerung in Polen wurde. Auf den Fotos, die 1952 der Illustrierten "Revue" zugespielt wurden, ist das Entsetzen in ihren Augen zu sehen. Sie dagegen hatte immer betont, nichts von den Gräueltaten der Nazis gewusst zu haben.C. G.-W.<BR></P>

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