Sperrung wegen Feuerwehreinsatz: Schienenersatzverkehr für S7 und S20

Sperrung wegen Feuerwehreinsatz: Schienenersatzverkehr für S7 und S20

Hochbegabter Clan

- Mit Tschechow-Inszenierungen an allen Theatern und Erinnerungs-Hommagen wurde 2004 das 100. Todesjahr des großen Dramatikers begangen. Jetzt folgt im Münchner Deutschen Theatermuseum eine Ausstellung, die erstmalig auch in diese weitverzweigte Künstler-Dynastie hineinleuchtet, bis hin zur 1980 in München verstorbenen Filmdiva Olga Tschechowa und ihrer Enkelin Vera, eigenwillig-avantgardistisch eingestellte (Film-)Schauspielerin der 70er/80er-Jahre und heute Dokumentarfilmerin: "Die Tschechows - Wege in die Moderne".

<P>Im Grunde vollzieht diese Schau eine deutsch-russische Liebesgeschichte nach: Anton Tschechow heiratet 1901 die bereits arrivierte Schauspielerin Olga L. Knipper, Tochter einer in Russland zugewanderten deutschen Großbürgerfamilie. Tschechows Neffe, der herausragende Schauspieler und Regisseur Michael A. Tschechow, der eine weltweit praktizierte Schauspielmethode entwickelte, heiratet 1914 eine Kusine aus der Knipper-Familie, die 17-jährige Olga K. Knipper, die als Olga Tschechowa im deutschen Film große Karriere macht.<BR><BR>Wer sonst noch zu diesem hochgradig begabten Tschechow-Knipper-Clan von Ärzten, Schriftstellern, Ingenieuren, Übersetzern und Schauspielern gehört - samt den "Einheiratern" Rudolf Platte, Udo Langhoff, Vadim Glowna -, entschlüsselt der Stammbaum im üppig bebilderten Katalog, dessen Essays noch einmal vertiefen, was die Ausstellung optisch bietet: einen Reichtum an Fotos, Filmausschnitten, Programmen, handschriftlichen Briefen. Schätze unter anderem aus der spannenden Aufbruchszeit des Moskauer Künstlertheaters (MChT) - wo Tschechows Stücke zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine neue Dramatik begründeten -, unbedingt sehenswerte Leihgaben also des kooperierenden MChT-Museum. Die MChT-Begründer und Köpfe sind Konstantin Stanislawski, Wladimir Nemirowitsch-Dantschenko und Olga L. Knipper, der Typ der "neuen gestandenen Frau" - ideale Protagonistin der Tschechow-Heldinnen. <BR><BR>Dank der klaren Gliederung der Kuratorin Renata Helker wird man geleitet von den Tschechow-Inszenierungen deutscher Regie-Größen wie Rudolf Noelte, Harald Clemen, Peter Stein u. a. zu den Moskauer Aufführungen, und schließlich zu den privaten Fotos von Anton & Olga (L. Knipper) und dem Olga & Vera-Zimmer. Eingelassene Bildschirme plus Kopfhörer erlauben ein schnelles Eintauchen in die Filmwelt (auch im Filmmuseum). </P><P>Bis 5. Juni; Katalog, Henschel Verlag, 24,90 Euro; Tel. 089/ 210 69 10<BR><BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

David Guetta in der Olympiahalle: Unter mega macht er's nicht
David Guetta war am Donnerstag in der Olympiahalle zu Gast und begeisterte einmal mehr sein Publikum. Auch unsere Redakteurin war mit dabei - und fand es einfach nur …
David Guetta in der Olympiahalle: Unter mega macht er's nicht
Der Herr der Klänge
Trauer um Christian Burchard, Herz der Band Embryo und einer der wenigen echten Weltstars aus München, der mit 71 Jahren gestorben ist.
Der Herr der Klänge
Fire and Fury - ein amerikanisches Sittengemälde
Wird sich Michael Wolffs Bilanz des ersten Jahres der Donald-Trump-Regentschaft auch in Deutschland gut verkaufen? Und ob. Die englischprachige Originalversion ist …
Fire and Fury - ein amerikanisches Sittengemälde
„Kulturzeit will helfen, die Welt zu mögen“
Zuschauer des BR-Fernsehens kennen Vivian Perkovic von den Sendungen „Jetzt mal ehrlich“, „Puls“ und „on3-Südwild“. Seit einem Jahr ist die 39-Jährige, die etwa auch …
„Kulturzeit will helfen, die Welt zu mögen“

Kommentare