Hochnebel-Blues

- Ein bedrückender Dunst liegt über Deutschland, ein erschwerend-beschwerender Dampf, der jede Aussicht auf ein Hochdruckgebiet zunichte macht. Es ist kein Durchkommen zum Licht. Konstatieren Uli Bauer und Holger Paetz in ihrem Hochnebel-Blues, meinen damit die Stimmung in der deutschen Krisenrepublik und versprechen gleichzeitig Abhilfe.

<P>"Es muss jetzt eine Zufriedenheit her!", heißt ihr Kabarett im Münchner Hinterhoftheater, es ist ihr erstes gemeinsames Programm, abgesehen von den Auftritten beim Singspiel zur Salvatorprobe am Nockherberg und in der alten Lach & Schieß-Truppe, und es klingt, als wollten sie das Glück erzwingen. Was macht man, wenn man die Zufriedenheit sucht? Man handelt all das ab, was unzufrieden macht. Bauer und Paetz teilen dabei aus, nach allen Seiten, bevorzugt in die politische Richtung. Recht deftige Seitenhiebe treffen die Senioren, Merkel oder diverse Münchner Gaststätten. Unbegründet derb ist das manchmal, Bauers Gastro-Kritik klingt gar nach persönlichem Rachefeldzug.<BR><BR>Paetz vor allem verfährt nach dem Motto: Wer viele trifft, der trifft auch den Richtigen. Unruhig zappelt er auf der Bühne, zerzwurbelt seine langen Finger, schwenkt seine schlaksigen Arme und schwadroniert wie aus dem Nichts über verlorene Handschuhe, die zum Synonym werden für Eigenverantwortung. Politisch ist alles bei Bauer und Paetz, nicht nur die Parodien von Ude, Westerwelle oder Schröder, und erinnert durchaus ans Derblecken der Volksvertreter auf dem Nockherberg. Sie sind streng, die Kabarettisten, manchmal gemein und manchmal genial.<BR><BR> Bis 11. Dezember, täglich außer So., Tel. 089/ 311 60 39.<BR></P>

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