Höchste Delikatesse

- Auf äußerst präzise Weise schildert er Gegensätzliches. Die Vereinbarkeit des Konträren wurde sein Thema. Mancherlei Spott ist im Spiel, ein feinsinniger Humor. Max Pfallers bis ins winzige Detail penibler Feststellungswille enthält viel Hintergründiges. Dem 66-jährigen Münchner gewährt derzeit die Galerie der Bayerischen Landesbank (Brienner Straße 20) seine erste große Münchner Einzelausstellung.

<P>Die lang bezopfte Maid im Minirock und das Outfit der Kleinen von heute vor einem Mutter-und-Kind-Gemälde Van Dycks in der Alten Pinakothek. Am Rand des Königlichen Parks in Oslo stehen die Holzhütten des Personals vor den Mietshäusern der bevorzugten Wohnlage. Gleich hinter dem glatten, grauen Asphalt der Straße trotzt ein alter Stadel dem Überlandverkehr. Rund ums Colosseum kurvt das Blech. Und in Haidhausen blühen zwei Bäume zwischen Pflaster, Zaun und Gewerbehof.</P><P>Pfaller, der vermeintlich strenge Fotorealist, kombiniert seine Motive meist aus mehreren Bestandteilen. Als Vorlagen benutzt er kleinformatige Schwarz-Weiß-Fotos, die ganz verschiedenen Orten und Anlässen entstammen können, keine farbige Totale. Seine frappante Acryl- und Aquarelltechnik ist von höchster Delikatesse. Im rückwärtigen Teil dieser Emporengalerie offenbart Pfaller seine Anfänge aus der Studienzeit bei Wilhelm Reise und Erich Glette: Münchner Motive in früher, pastoser Meisterschaft.</P><P>Das Erdgeschoss blieb den "Raumreliefs" und geständerten Gestängen der Bildhauerin Inge Regnat-Ulner vorbehalten, ihren aus der Fläche herausgeschnittenen Zeichen, Stelzen, Stützen und geknickten Winkeln, säuberlich in der Verarbeitung der stählernen Elemente und blau lackiert - im Sinne von klarer Reinheit und leuchtkräftiger Energie.</P><P>Noch bis 14. September täglich 10-18 Uhr bei freiem Eintritt. Ältere Kataloge kosten 10 und 15 Euro. Telefon: 089/ 21 71-268 27.</P>

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