Höhenflug für die Kultur-Aktie

- Lukas Sebastian Elias. So der Name des Mini-Mannes, der alles durcheinander brachte. Als Sabine Dultz, Feuilleton-Chefin unserer Zeitung, das Fest zur Verleihung der Theaterpreise eröffnete, war Lukas gerade mal einige Minuten alt und hatte dadurch seine Mama und Preisträgerin Juliane Banse an der Teilnahme gehindert. Eine Geburt also - und damit eine Premiere fürs Merkur-Fest. Was ja wiederum zum Theater passte.

<P>Rund 200 Leser, viele Promis aus Oper, Theater, Ballett und Politik feierten, wie es Verleger Dirk Ippen richtig vorhersagte, mit den drei übrigen Preisträgern auf dem Gelände der Otto-Falckenberg-Schule einen "wunderschönen, lustigen und erhebenden Abend". Lieblings-Künstler der Leser sind heuer, das ergaben Tausende von Zuschriften, Sopranistin Juliane Banse, Brigitte Hobmeier (Münchner Volkstheater) sowie Lambert Hamel (Bayerisches Staatsschauspiel). Der Merkur-Förderpreis in Höhe von 2500 Euro, gestiftet von Marlene und Dirk Ippen, ging an Nachwuchs-Schauspieler Stefan Murr.</P><P>"Nirgendwo ist das Geld besser angelegt als in der Kultur", meinte Sabine Dultz, womit sich besonders anwesende Stadtmütter und -väter angesprochen fühlen durften. "Sie könnten derzeit keine zukunftsträchtigere Aktie erwerben." Händel, Lessing, Tschechow, Mozart stiegen im Wert. "Und das seit 500 Jahren." Gemessen an diesem Vergleich markierte das Fest einen Kultur-Höhenflug - unterstützt von Petrus, der erstmals seit Jahren einen regenfreien, lauen Sommerabend bescherte, und vom Team um Stefan Gergely, das den Gästen Wohlschmeckendes reichte.</P><P>Lambert Hamel bedankte sich sichtlich gerührt für die bronzene Merkur-Statue, vom Münchner Künstler Vinzent Mitzev nach dem italienischen Original von Giambologna geschaffen. Brigitte Hobmeier schien angesichts derart großer Zuneigung sprachlos. Für Juliane Banse nahm ihre Agentin Elisabeth Ehlers die Auszeichnung in Empfang. Und der verblüffte Stefan Murr bekam neben einem Mini-Merkur und dem Scheck auch sein Zeugnis - er hatte es bislang noch nicht in der Falckenbergschule abgeholt. Seine Kolleginnen und Kollegen vom zweiten Jahrgang hatten sich, als Kontrapunkt zu den erlauchten Opernfestspielen, Oscar Straus' Operette "Die lustigen Nibelungen" vorgenommen. </P><P>Eine freche, hinreißend gespielte und gesungene Geschichte um Gunther im Glitzer-Sakko, Brünnhilde als Domina und "Sex-Bomb" Sigi. Publikum und Preisträger zeigten sich begeistert, die komplette Produktion gibt's ab Januar in München zu sehen: "Schluss, Tusch, Aus. Hoch soll'n sie leben."</P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Andreas Beck wird Resi-Chef
Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle stellte Andreas Beck als neuen Intendanten des Bayerischen Staatsschauspiels vor. Der 52-Jährige folgt auf Martin Kušej, der München …
Andreas Beck wird Resi-Chef
„Metallischer und düsterer“: Emil-Bulls-Sänger im Interview
Emil Bulls haben sich mit einem neuen Album zurückgemeldet. Am Samstag tritt das Quintett im Backstage auf. Im Interview spricht Sänger Christoph von Freydorf über die …
„Metallischer und düsterer“: Emil-Bulls-Sänger im Interview
Mahnmal für Georg Elser: Die Geschichte hinter dem Grafitto
Das große Graffito an der Bayerstraße ist ein echter Hingucker - und viel mehr als nur Wandmalerei. Im Making-Of-Video erzählen Loomit und Won von ihrem Verhältnis zu …
Mahnmal für Georg Elser: Die Geschichte hinter dem Grafitto
Yello in der Olympiahalle: Elektro mit Herz, Hirn und Humor
Das runde Leder hat den runden Loops keine Chance gelassen. In der Olympiahalle verliefen sich am Dienstagabend ungefähr 2000 Fans der Schweizer Elektro-Pioniere …
Yello in der Olympiahalle: Elektro mit Herz, Hirn und Humor

Kommentare