Ich hoffe, sie bringen mir etwas bei

Beyoncé im Interview: - Beyoncé Knowles ist zwar erst 25 Jahre jung, darf aber dennoch als einer der größten weiblichen Popstars aller Zeiten gelten. Mit ihrer Band "Destiny's Child" und als Solokünstlerin verkaufte sie rund 70 Millionen Alben. Sie schreibt ihre Songs selber, produziert ihre Musik und ist seit Jahren skandalfrei mit Musikerkollegen Jay Z liiert. Am Montag hat sie ihren Auftritt in der Münchner Olympiahalle, um ihre neue Platte "B'Day" zu bewerben.

Wenn man so erfolgreich im Musikgeschäft ist wie Sie - wie sehr muss man Geschäftsfrau sein, und wie viel Musikerin darf man sein?

Ich habe zwar einen kreativen Beruf, aber da ist immer die Realität des Geschäfts, mit der man sich befassen muss. Glücklicherweise ist mein Vater mein Manager. Ich kann ihm also alles Geschäftliche anvertrauen. Meine Mutter betreut mich eher künstlerisch. Ich habe also in beiderlei Hinsicht Unterstützung. Es sind oft Extreme, die sich entgegenstehen, und ich verstehe beide Seiten.

Und das führt nicht zu Familienzwist?

Die beiden sind seit 27 Jahren verheiratet und immer noch zusammen, also... Ernsthaft: Es ist eine Erleichterung, mit Menschen arbeiten zu können, denen man vertraut.

Sie sind ein Star, seit sie ein Teenager sind. Wie gehen Sie mit dem Druck um, überall erkannt zu werden?

Es gibt Augenblicke, in denen es zu viel wird und ich mir wünsche, einfach eine Straße entlang zu gehen, ohne angesprochen zu werden. Aber manchmal packt mich die Lust, und ich gehe trotzdem einfach in einen Plattenladen, wenn mir danach ist. Wenn es ausartet, verlasse ich ihn eben wieder. Ich versuche, so viel Normalität zu leben, wie es mir möglich ist, weil es mir das Gefühl gibt, eine reale Person zu sein.

Aber ein Bodyguard ist immer dabei?

Ja, einer ist immer da. Für den Fall der Fälle. In manchen Teilen der Welt ist es recht entspannt, in anderen ist es unmöglich, alleine irgendwo hinzugehen.

In den USA können Sie unbemerkt keinen Meter gehen - neulich hat man Sie angeblich beim Kaufen eines Brautkleides beobachtet.

Ja, das habe ich auch gehört. Aber das höre ich jede Woche. Man lernt, so etwas zu ignorieren, so gut es eben geht. Und ich habe keine Hochzeitspläne.

Wieviel Kontakt haben Sie zu Ihren Fans, wenn Sie auf Tournee gehen?

Vor jedem Konzert gibt es ein "Meet and Greet", bei dem ich Fans treffe. Und die meisten sind sehr freundlich. Manche Fans kenne ich schon seit zehn Jahren. In dem Rahmen funktioniert es ganz gut. Aber sobald es zu viele Leute werden und die Stimmung zu aufgeregt ist, kann man keine normale Konversation führen. Die Fans hier in Deutschland sind übrigens sehr ruhig und angenehm.

In Ihrer Tournee-Band spielen nur Frauen. Warum?

Ich mochte den Gedanken, dass junge Mädchen, die das Konzert besuchen, Frauen sehen, die Musik machen. Als ich jünger war, gab es Sängerinnen, aber kaum eine spielte ein Instrument. Und so habe ich weltweit nach den besten Musikerinnen gesucht und zehn wunderbare Kolleginnen gefunden, die jetzt mit mir auf Tour gehen. Ich hoffe, sie bringen mir etwas bei, denn ich beherrsche kein Instrument wirklich gut.

Das Gespräch führte Zoran Gojic.

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