Roger Moore ist tot: James-Bond-Darsteller an Krebs gestorben 

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Hoffnung für 70 Prozent?

- Die Rechnung ist keine zwei Monate alt: Ein Loch von knapp 50 Millionen Euro, so die Rechnung des Bayerischen Rundfunks, klafft aufgrund der niedrigeren Gebührenerhöhung im Senderhaushalt. Und neun Millionen Euro pro Jahr sollten durch die Schließung des Münchner Rundfunkorchesters hereingeholt werden. Kein realistisches Ziel, wie sich jetzt herausstellt. Was wohl der Tatsache geschuldet ist, dass sich der BR über das Wie einer Auflösung zuvor keine detaillierten Gedanken gemacht hat.

Mittlerweile wird nämlich intern eingeräumt, dass man durch die Schließung des Rundfunkorchesters allenfalls 4,5 Millionen jährlich sparen kann. Um die Auflösung bis 2006 so sozial wie möglich zu gestalten, will der BR offenbar auf betriebsbedingte Kündigungen weitgehend verzichten. Der ursprüngliche Sparplan wäre damit gescheitert.<BR><BR>Das bedeutet also: Weiterbeschäftigung für einen großen Teil der 71 Musiker etwa in einer Auffanggesellschaft, hier sind 40 bis 50 Stellen im Gespräch. Dieses relativ große Rumpf-Orchester könnte dann für Projekte wie Kinder- und Jugendarbeit herangezogen werden. Auch will man den Mitgliedern des Ensembles einräumen, verstärkt andere Engagements außerhalb des BR anzunehmen. Wenn freilich bis zu 70 Prozent der Musiker bleiben, wirft das die Frage auf: Warum sollte das Orchester dann überhaupt geschlossen werden?<BR><BR>Der Förderverein des Rundfunkorchester hat inzwischen eine groß angelegte Aktion gestartet. Mit Unterschriften, die in ganz Bayern gesammelt werden, soll gegen die Abwicklung protestiert werden. Die Kollegen vom Symphonie-Orchester, die über Vakanzen verfügen, verhalten sich in dieser Situation abwartend. In einer Versammlung wurde beschlossen, dass man die künstlerische Identität "stringent" wahren möchte. Was bedeutet: Will jemand vom Rundfunkorchester zum "großen Bruder" wechseln, muss er sich einem Probespiel nach einer internationalen Ausschreibung unterziehen.<BR><BR>Wer offener und unverhohlener Solidarität übt, kann dagegen leicht in Ungnade fallen. So etwa Edita Gruberova, die letzte Woche in unserer Zeitung heftig die Auflösung des Orchesters kritisiert hatte ("eine Schande"). Prompt wurde das Thema Gagen von Hörfunkdirektor Johannes Grotzky vor kurzem auf einer Orchesterversammlung angeschnitten. Tenor: Derart hochpreisige Künstler könne sich der BR künftig nicht mehr leisten - "ein Schelm, wer Böses dabei denkt", wie ein Orchestermusiker kommentierte.

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