Hoffnung und Sorge

- Am Indischen Ozean steht die Bedeutung des Kölner Doms auf dem Prüfstand. In der südafrikanischen Hafenstadt Durban beraten UNESCO-Experten, ob die Kathedrale auch künftig die Liste des Weltkulturerbes zieren darf. Die Entscheidung fällt wahrscheinlich heute. "Es wäre ein weltweit einmaliger Vorgang, wenn ein Gebäude vom Range des Kölner Doms aus der Liste gestrichen würde", sagte Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner. Die UNESCO stößt sich an Kölns Baupolitik, die die Erscheinung des Doms durch geplante Hochhäuser gefährde. Möglich ist ein Kompromiss, wonach das Bauwerk erst einmal ein weiteres Jahr auf der Roten Liste gefährdeter Stätten bleibt.

Köln hätte somit Zeit einzulenken - so wie es die Stadt schon signalisiert hatte. Und die UNESCO hätte gezeigt, dass sie in der Lage ist, mit der angedrohten Herabstufung zum Erhalt beizutragen. Eine Signalwirkung, die auch auf andere sicherlich Eindruck machen würde. Denn der Kölner Dom befindet sich auf der Roten Liste in illustrer Gesellschaft des Everglades-Nationalparks in den USA, von Australiens Great Barrier Reef, Pakistans Lahores Fort und Shalamar-Gärten oder den fünf Nationalparks im kriegsgeplagten Kongo. Diskutiert wird in Durban auch über die Reste des römischen Limes. Er ist 550 Kilometer lang, durchzieht vier Bundesländer und gilt als das größte Bodendenkmal Europas. Vor knapp 1900 Jahren begannen die Römer in Deutschland mit dem Bau einer gewaltigen Grenzanlage, des Obergermanisch-Raetischen Limes. Bei den Landesregierungen von Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz ist man zuversichtlich, was die Aufnahme ins Weltkulturerbe angeht. Heute durchziehen die archäologischen Reste das Gebiet von 20 Landkreisen vom rheinland-pfälzischen Rheinbrohl bis zum bayerischen Eining an der Donau. Hessen hat mittlerweile als erstes Bundesland einen Limes-Entwicklungsplan vorgelegt, der dem Schutz des römischen Erbes hohe Priorität einräumt. Sichtbare Limesabschnitte sollen beschildert, die Erforschung über Luftbildarchäologie und geophysikalische Methoden soll vorangetrieben werden. Außerdem soll der Limes für jedermann erfahrbar werden. Bayern will ein zentrales Limesinformationszentrum in Weissenburg bauen.

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