+
Hält noch locker mit: Norbert Schramm.

Happy Birthday auf dem Eis

"Holiday on Ice": So war die Premiere

München - In der Olympiahalle feierte am Samstag "Holiday on Ice" Premiere - mit Norbert Schramm als Conférencier.

Nervenkitzel boten die gewagten Showeinlagen.

Die Eislaufsaison in München ist eröffnet: Seit dem Wochenende drehen wieder Hobbyläufer ihre Runden auf dem zugefrorenen Nymphenburger Kanal – und ein paar Kilometer Luftlinie entfernt in der Olympiahalle die Profis. Denn dort feierte „Holiday on Ice“ am Samstag Premiere mit der neuen Produktion „Platinum“, der Geburtstagsshow zum 70. Jubiläum. Das lockte auch einige andere Geburtstagskinder in die Zuschauerreihen, das Prominenteste: Marianne Hartl mit ihrem Mann Adolf Michael Hartl. Viele gute Wünsche von Radio Arabella-Moderatorin Steffi Schaller, die den Abend anmoderiert.

Durch das Programm führt dann aber einer, der auch lange nach seiner Eiskunstlaufkarriere noch immer locker Pirouetten dreht: Norbert Schramm. Vorher hörte man schon im Publikum die ein oder andere erwartungsfrohe Stimme sagen: „Auf den Norbert Schramm bin ich gespannt.“ Kann der noch fahren mit 54? Ja, er kann. Bravo-Rufe und Jubel für seine Solo-Kür.

Ansonsten ist er ganz der selbstironische Conférencier, der mit dem Taktstock einem Zauberstab gleich das Eis in einen Ballsaal verwandelt, als cooler DJ die Rhythmen für eine wilde Tanznummer vorgibt – oder als Prediger verkleidet seiner Schlittschuh-laufenden Gemeinde ein „Halleluja“ entgegenruft, ehe die zu Gospelmusik durch die Halle rast. Ja, die richtig anspruchsvollen Nummern überlässt er seinen jungen Mitläuferinnen und Mitläufern.

Besonders beeindruckend: Daria Perminova mit ihren kurzen, feuerroten Haaren, und Tanzpartner Evgenii Belianin aus Russland. Seit 17 Jahren sind die beiden als Eislauf-Duo unzertrennlich – und das ist nicht zu übersehen: Sie sind das stärkste Paar des glitzernden Abends, hier sitzt jeder Sprung, jede Hebefigur, jede Drehung.

Aber klar, bei diesem Tempo geht dem einen oder anderen Läufer auch einmal eine Figur daneben. Doch davon lässt sich hier niemand bremsen: Da wird professionell gelächelt, aufgestanden, weitergemacht. Unterstützt von einem begeisterten Publikum, das keine Häme zeigt sondern den Läufer mit noch mehr Applaus unterstützt und anfeuert.

Denn letztlich ist ja auch das etwas, was diese Show so erfolgreich macht: der ständige Nervenkitzel, ob die waghalsigen Nummern auf dem glatten Boden gelingen. Stehspagat im Drehen, Rückwärtssalto, Spreizsprünge – und zum Abschluss ein großer Karneval in glamourösen Kostümen von Designer Harald Glööckler. Begeisterter Applaus.

Katja Kraft

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die Fantastischen Vier in der Oly-Halle: Mit fantastischen Grüßen
München - Wer das Wort „fantastisch“ im Namen führt und auszieht, sein Best-of unters Volk zu bringen, der hängt die Messlatte hoch. Die Fantastischen Vier erfüllen den …
Die Fantastischen Vier in der Oly-Halle: Mit fantastischen Grüßen
Im Reich von Mode und Magie
Zürich - Spätestens seit dem Terroristen-Epos „Carlos“ ist der französische Filmemacher Olivier Assayas auch deutschen Kinofans ein Begriff. Sein preisgekröntes Drama …
Im Reich von Mode und Magie
Mordmotor mit Unwucht
Andreas Kriegenburg inszenierte William Shakespeares „Macbeth“ fürs Münchner Residenztheater
Mordmotor mit Unwucht
Hansi Kraus im Interview: „Wurde von meiner Familie betrogen“
München - Hansi Kraus ist der ewige Lausbub - auch, weil er diesen in Ludwig Thomas Lausbubengeschichten verkörpert. Im Interview spricht Kraus auch über die …
Hansi Kraus im Interview: „Wurde von meiner Familie betrogen“

Kommentare