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Und er lächelt doch: Michael Haneke erhält auf der Bühne des Dolby Theatres in Los Angeles von Schauspielerin Jennifer Garner den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film.

Oscar-Jubel auch in München

Los Angeles - Alles andere wäre eine Überraschung gewesen: Gewohnt nüchtern reagierte Regisseur Michael Haneke auf seinen Oscar-Gewinn.

Die Frage eines Journalisten, wie sich die Auszeichnung anfühle, konterte der 70-Jährige beim Empfang in der Österreichischen Residenz: „Schwer. Wollen Sie mal probieren?“ Dass sein berührendes Altersdrama „Liebe“ mit dem wichtigsten Filmpreis der Welt ausgezeichnet worden sei, könne er nur schwer mit dem Gewinn der Goldenen Palme in Cannes oder dem französische Filmpreis César vergleichen, sagte Haneke: „Natürlich ist der Oscar für den Verkauf eines Films der wichtigste Preis.“ Die meisten Trophäen stellt er in den Räumen seiner Wiener Produktionsfirma Wega Film auf – den Oscar jedoch nimmt Haneke mit nach Hause: „Aber ich will keine Galerie aufmachen.“

Als Haneke in Hollywood aus den Händen von Schauspielerin Jennifer Garner den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film entgegennahm, wurde auch beim Bayerischen Rundfunk in München gejubelt: „Anerkennung und Ansporn“ nannte BR-Fernsehdirektorin Bettina Reitz die Ehrung. Ihr Sender hat den Film koproduziert. In „Liebe“ blickt Haneke voller Güte auf seine Protagonisten, ein pensioniertes Pariser Musikprofessoren-Paar. Für den in München geborenen Österreicher ist das recht ungewöhnlich, warf er doch bisher in Filmen wie „Benny’s Video“ (1992), „Funny Games“ (1997) oder „Caché“ (2006) auf die Wirklichkeit ein nüchternes, auch gnadenloses Licht.

Haneke selbst gibt über sich ebenso wenig preis wie über seine Filme – bis auf eine Ausnahme. In „Liebe“ thematisiert der Regisseur eine sehr persönliche Geschichte: Wie gehe ich mit dem Leiden von Menschen um, die ich liebe? Eine Frage, die ihn immer mehr betreffe, wie er etwa beim Festival in Cannes gestand. In seinem Spätwerk scheint er die Dramen der Welt und den individuellen Umgang der Menschen mit diesen tatsächlich etwas milder zu betrachten.

von Miriam Bandar und Sabine Glaubitz

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