Hollywoods perfekter Schurke

- Bei dem Film "Das Sakrileg" hat Jürgen Prochnow richtig Glück gehabt: Hollywood besetzte den deutschen Schauspieler einmal nicht als brutalen Nazi-Offizier wie 1996 in "Der englische Patient" oder als korrupten Richter wie 1994 in dem Stallone-Action-Streifen "Judge Dredd". Für die Verfilmung des Bestsellers von Dan Brown trat Prochnow, der an diesem Samstag 65 Jahre alt wird, zwar im eleganten Nadelstreifenanzug als Bankdirektor vor die Kamera, doch auch dieser Charakter hat eine undurchsichtige Seite.

Mit seinem kantigen Narben-Gesicht passt der gebürtige Berliner eben perfekt in Hollywoods Schurken-Klischee. Prochnow hat als einer der wenigen deutschen Schauspieler in der kalifornischen Wahlheimat richtig Fuß fassen können. Seinen Wohnsitz verlegte er schon in den 80er-Jahren nach Hollywood, doch für Fernsehfilme und Theaterauftritte kommt er regelmäßig nach Deutschland zurück. Es sei ihm "ein echtes Bedürfnis", sich wieder mit seiner Muttersprache zu beschäftigen, bekannte er 2004 vor Beginn seiner Deutschland-Tournee mit dem "Rilke-Projekt".

Bereits im Alter von 14 Jahren verließ Prochnow die Schule in Düsseldorf und absolvierte auf Wunsch der Eltern eine Banklehre. Das Theater, wo er nebenbei als Laiendarsteller arbeitete, war sein Zufluchtsort. 1973 wurde er von Regisseur Wolfgang Petersen für die Tatort-Episode "Jagdrevier" engagiert. 1981 gelang beiden der internationale Durchbruch: Petersen gab Prochnow die Rolle des U-Boot-Kapitäns in dem Film "Das Boot".

"Ich hatte unglaubliches Glück, die Hauptrolle in einem Film zu spielen, der enormes Aufsehen in Amerika erregte", sagte Prochnow später. Seit dem Welterfolg des Film ist er in Hollywood Stammgast. Aktuell steht er für die Dreharbeiten zu der amerikanischen Oktoberfest-Komödie "Beerfest" vor der Kamera. Nach so vielen schweren Dramen mache eine lustige Rolle richtig Spaß, versicherte er beim Dreh im US-Staat New Mexico. Als trinkfester Bierbaron gibt Prochnow im Oktober sein Lustspiel-Debüt.

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