Hommage an Klenze

- Oscars und weitere Filmpreise satt versprach Michaela Krützen vor Dankbarkeit. Grund für die Freude der Professorin der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF): Deren neues Domizil an der Ecke Gabelsberger-/Arcisstraße. Das freilich noch eine Weile auf sich warten lässt, auf dem Papier aber Gestalt angenommen hat. Gestern verkündete das Preisgericht die Sieger im Architekturwettbewerb.

<P>Aufgabe war, HFF und das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst (bisher: Residenz/Hofgarten) auf dem ehemaligen Südost-Gelände der Technischen Universität städtebaulich klug einzugliedern, dabei auf den gegenüberliegenden Klenzebau Alte Pinakothek, auf Pinakothek der Moderne, Königs- und Karolinenplatz Bezug zu nehmen.</P><P>Das Kölner Architekturbüro Böhm hat dies aus Sicht der Jury am überzeugendsten gelöst. Es plant parallel zum Riegel der Alten Pinakothek einen ebenso langen Bau mit geschlossenem Sockel, darauf ein Glasriegel. Seitliche Anbauten Richtung Musikhochschule sowie eine Foyer-Öffnung zur Gabelsbergerstraße - Eingang zu Kinosälen - lockern den lang gestreckten Kubus auf. </P><P>Der Clou - von Finanzminister Kurt Faltlhauser hochgelobt - ist das Museum: Es liegt vor der Hochschule, aber unter der Erde. Stufen führen hinab wie in ein Pharaonengrab, eine Wandfläche mit kleiner Türöffnung symbolisiert den Eingang auch über Tage. Insgesamt ein gediegener, stimmiger und seine Umgebung würdigender Entwurf.</P><P>Die meisten Wettbewerbsteilnehmer hätten Standardlösungen bevorzugt, so der Jury-Vorsitzende Uwe Kiessler. Hätten entweder Museum oder Hochschule an die Schokoladenseite (zur Pinakothek gewandt) gebaut. Frech, schlau und beachtenswert der vierte Preis der Stuttgarter H4a Architekten: ein Fragezeichen-artig geschwungener Hochschulbau, in der Kreuzungsecke eine verzogene Pyramide als Museum, dazwischen eine Gasse Richtung Glyptothek. Faltlhauser versprach, die Finanzierung des Baus (60 Millionen Euro Freistaat-Anteil an 88 Millionen) in dieser Legislaturperiode unter Dach und Fach zu bringen. </P><P>Ausstellung der Modelle: Bis 1. November, 11-19 Uhr, Arcisstr. 16.</P>

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