Feuerwehreinsatz: Karstadt an der Schleißheimer Straße geräumt

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Der Horror ist allgegenwärtig

- Die im Dunkeln sieht man nicht: Drei Symphonien Ludwig van Beethovens ist das Schicksal widerfahren, von den berühmten Schwestern ein wenig in die zweite Reihe gedrängt zu werden. Die zweite dürfte dabei im Aschenputtel-Wettbewerb die vierte und die achte an Unpopularität noch übertreffen. Die reicht schon bis ins Jahr 1803 zurück, als anlässlich der Uraufführung die meisten Kritiker das Stück mit Attributen wie "wild", "bizarr", "das Werk eines Feuergeistes" belegten.

<P>Souveränes und unsentimentales Spiel</P><P>Was sie damit meinten, davon war 200 Jahre später im Konzert des Pittsburgh Symphonie Orchestra bei den Salzburger Festspielen eine deutliche Ahnung zu bekommen: Mariss Jansons, ab Herbst Chef der BR-Symphoniker, ließ keinen Zweifel daran, dass es genau diese verunsichernden Qualitäten der Symphonie sind, die ihre Meisterschaft ausmachen.<BR><BR>Jansons nimmt schon die langsame Einleitung sehr rasch (Ob noch "molto adagio"? Darüber könnte man streiten) und haucht damit dem Beginn eine bedrohliche, von jähen Akzenten durchsetzte Unruhe ein. Wenn dann luzide-nervös der Kopfsatz losbricht, fühlt man sich an das rastlose Getriebensein der "Don-Giovanni"-Ouvertüre erinnert.<BR><BR>Schnell wird klar, bei welchen Instrumenten Jansons die Führung im motorischen Vorankommen sieht: Seine Impulse, sein exaktes Modellieren musikalischer Figuren gilt vor allem den hell timbrierten, kraftvoll auftrumpfenden Streichern des Pittsburgh Symphony Orchestra - die hinreißend zart spielenden Holzbläser geraten bei solcher Robustheit manchmal unverdient ins Hintertreffen.<BR>Mochte sich bei Beethoven noch ein stetes Alarmiert-Sein unter der Regelmäßigkeit klassischer Formgesetze verbergen, um dann verstörend hervorzubrechen, so wird in den Symphonien Dmitri Schostakowitschs der Horror existenzieller Bedrohtheit zum allgegenwärtigen Normalzustand.<BR><BR>Jansons und seine Musiker überzeugen in Schostakowitschs zehnter Symphonie e-moll durch souveränes, dabei geistesklar unsentimentales Spiel: Schonungslos, aber nicht grob erklingen die blech-geschwängerten Fantasmagorien des Scherzos und des Finales mit seinen Walzer-Fratzen, im Allegretto wird ein fahles Dreiklang-Motiv des Horns zum schauerlichen Anti-Aufbruchsignal, Tamtam-Schläge verkünden ein Absterben in resignierter Rätselhaftigkeit.<BR></P><P> </P>

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