Roger Moore ist tot: James-Bond-Darsteller an Krebs gestorben 

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Howie sagt Servus

- In klaren Nächten wird man ihn sehen können. Irgendwo zwischen dem großen Udo und dem kleinen Herbert. Blond glimmernd, dabei erinnernd an 37 Jahre Turtel-Rock, hartnäckig behaupteten Brit-Akzent und die ex-moderne Frisurenkreation: Howie dürfte, so wie er nach zweieinhalb Stunden im effektvoll projizierten Nachthimmel verschwand, als Sternbild nun endgültig, zumindest in den Herzen betrübter Fans, ewigkeitstauglich sein. Wenn Howard Carpendale auf seiner (ersten?) Abschiedstournee München Servus sagt, dann heißt das: überbuchte Coiffeur-Salons, ausverkaufte Olympiahalle, mit Rosen bewaffnete Arena-Ticket-Besitzerinnen.

<P>Es bedeutet aber auch: eine Video-Light-Show von fast beängstigender Perfektion, die nie als Technikschlacht einschüchtert, Bekenntnisse zwischen "Isch liebe disch" und "Isch will disch", und all das gekleidet in einen makellos arrangierten, saftig-sittsamen Sound, der sich sogar in der Unakustik der Halle entfalten kann. Der Mann ist ja nett. So nett (und anfangs sichtlich abgekämpft), dass er gern seine erstklassige Band in den Mittelpunkt rückt, sich auch von einem starken Männer-Quartett um Co-Sänger Joachim Horn vertreten lässt und zweimal auf Produkte der Konkurrenz zurückgreift - auf Peter Maffay und Udo Jürgens.</P><P>Letzteres ("Ich war noch niemals in New York") ist der Bannbrecher, stürmen doch wie auf ein geheimes Codewort Hunderte Fans zwischen 16 und 66 an die Rampe, um ihre Mitbringsel aufzudrängen, wobei Schlüpfer und BH's, wie der Verehrte betrübt feststellt, noch immer nicht dabei sind. Trotzdem: "Danke Udo!" Die Verbeugung vor den Kollegen zeugt von Souveränität, offenbart aber auch die begrenzte Thematik von Howies Hits. Wo andere Kritisches und Heimeliges zu Gott und Welt drechseln, dreht sich bei Carpendale alles ums Eine: um morsche Beziehungskisten, um den Mann, der sich in der Pose des Unverstandenen gefällt, die Krise mit einem "Dann geh' doch" beendet, dafür von der Damenwelt auch noch phonstark bejubelt wird.</P><P>Nicht umsonst setzt die Abschiedsshow daher auf den Lonely Rider, der als reifer Teddy oft einsam auf von Projektionswänden umrahmter Bühne weilt, in Kuschelballaden von "Nachts, wenn alles schläft" bis "Ti amo" sein Herzweh heraussingt. Und dies mit sympathischen Confé´rencen verknüpft, die sich zwischen Seitenhieben auf größenwahnsinnige Modern-Talking-Hälften und einer Werbung fürs Lübecker Eisskulpturenfestival bewegen. Aber das Ende naht: Der Rückblick auf die Karriere und die "lange gemeinsame Zeit", die "tief in unserem Herzen" weiterlebt. Ein letzter Gang durch die Halle, ein letzter Gruß aus dem Firmament, keine Zugabe, grelles Licht gibt die Sicht frei auf verschmiertes Make-Up. Kopf hoch: Köln meldet Restkarten.<BR></P>

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