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Die digitale Revolution früh erkannt: Medienunternehmer Hubert Burda.

Medienunternehmer feiert 75. Geburtstag

Hubert Burda – Schmied seines Glücks

Medienunternehmer Hubert Burda feiert heute mit seinen Mitarbeitern in der Münchner Arabellastraße seinen 75. Geburtstag.

Der im badischen Offenburg aufgewachsene Jubilar ist bekennender Leser dieser Zeitung. Das aber ist das Wenigste, was über den studierten Kunsthistoriker und erfolgreichen Medienunternehmer zu sagen ist. In München und am Tegernsee hat er seine zweite Heimat gefunden.

Die Eltern haben beide, jeder auf seine Art, die Verlagslandschaft der jungen Bundesrepublik geprägt. In eine solche Familie hineingeboren zu werden, auch noch als jüngster unter drei Brüdern, macht es nicht einfach, einen eigenen Lebensweg zu finden. Hubert Burda ist das gelungen mit einem Erfolg, der alle Erwartungen übertroffen hat.

Anstelle einer für Verlegersöhne konventionellen Ausbildung hat er Kunstgeschichte studiert. Das schimmert bis heute durch, wenn er, mit den geistigen Fundamenten Europas vertraut, mal eben in der Münchner Glyptothek einen Abendvortrag hält über die Ikonen der Geschichte seines Fachs. Und nicht zuletzt in seinem neuesten Buch über die digitale Revolution. Insider wissen auch, dass er manche freie Stunde an Wochenenden als Hobbymaler verbringt.

Bei der Aufteilung des väterlichen Verlagsimperiums unter den Erben erwies sich dann dieser Kunsthistoriker, der auch schon Erfahrungen im Blattmachen gesammelt hatte, als echter Unternehmer. Als Einziger der Brüder übernahm er den Druck- und Verlagsbereich. Wohl wissend, dass damit auch Risiken verbunden waren. Die Gründung des Nachrichtenmagazins „Focus“ wurde sein Meisterschlag. Ein Schritt, den auch die größten Verleger wie Axel Springer sich nicht getraut hatten. Mit „Focus“ hat er bewiesen, dass es für einen Verleger weniger aufs Rechnen ankommt als auf Kreativität und den Mut, nach vorne zu gehen, im richtigen Augenblick und mit den richtigen Leuten.

Die größte bleibende Leistung von Hubert Burda aber ist, dass er die digitale Revolution ganz früh erkannt hat als das die ganze Medienwelt entscheidend verändernde Ereignis. „Da kommt etwas, das wird größer als das Fernsehen“, stellte er schon vor 20 Jahren auf einem Podium fest. Die meisten seiner Berufskollegen haben ihn damals nicht verstanden, auch nicht, dass er große Risiken einging, um seine Unternehmensgruppe auf diese Veränderungen hin auszurichten.

Ihm war früh klar, dass es um mehr ging als nur um neue grafische Techniken der Darstellung der alten Printmedien. Mit der Gründung der Internetkonferenz DLD – Digital Life Design – hat er sein Haus mitten in diese Entwicklung gestellt. So hat er die wohl wichtigste europäische Internetkonferenz geschaffen, die jetzt auch anfängt, sogar in den USA Fuß zu fassen, dem Stammland aller Internetunternehmen.

So ist die Burda-Unternehmensgruppe heute nicht nur ein weit ausgreifender, stetig wachsender Zeitschriftenkonzern, sondern dazu ein Unternehmen, das mit steigendem Erfolg eine große Anzahl digitaler Plattformen und Geschäfte betreibt. Dabei stört es auch nicht, mit einer Plattform wie Zooplus über den Medienbereich hinaus zu gehen und ganz prosaisch sogar Tierfutter über das Internet zu verkaufen.

Hubert Burda ist in seiner ganzen Unternehmerlaufbahn nichts weniger gewesen als ein braver Verwalter des väterlichen und mütterlichen Erbes. Er hat statt dessen ein zukunftsorientiertes Unternehmen aufgebaut. Ein Unternehmen für Unternehmer sozusagen. Er hat die Freiheit der Gestaltung, die der Unternehmer nur noch mit dem Künstler teilt, kräftig wahrgenommen. Er war und ist immer noch offen für Ideen. Dieses Interesse an den Fragen der Zeit, seine nicht nachlassende Kreativität ist es wohl, die den Jubilar jung erhält. Sie verbindet ihn auch mit seinem Ausgangspunkt, dem Künstlertum, wie er es in der Kunstgeschichte studiert hat.

Seinen 75. Geburtstag verbringt er – wie könnte es bei einem solchen Mann anders sein – auf einer Feier mit seinen Mitarbeitern in der Münchner Arabellastraße und sicher ebenso danach mit seinen vielen Getreuen im heimatlichen Offenburg. Und wer den Jubilar kennt, der weiß schon, es wird fröhlich zugehen bei beiden Feiern. Es darf auch Badisch oder Bairisch gesungen werden dabei, wobei einer den Ton angibt.

Herzlichen Glückwunsch, Hubert Burda!

Dirk Ippen

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