Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un will Atomwaffen komplett abbauen

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Die Hütte brennt

"Pearl Jam" in der Olympiahalle: - Eddie Vedder hat die Flasche Wein vernichtet, und er spricht immer noch kein Deutsch. "Später", hatte er zu Beginn gesagt, "wenn ich ein bisschen betrunkener bin". Sein Versprechen hat der Sänger der Band "Pearl Jam" mittlerweile längst vergessen. Englisch nuschelnd, klatschnass und glücklich steht er im Dampf aus Schweiß, Bier und Tabakrauch, der die Olympiahalle anfüllt, und sagt den letzten Song des Abends an: "Wir sind stolz, dass wir heute die Vorgruppe von ,The Who sein durften."

Das ist einerseits witzig, denn "The Who" spielen erst am nächsten Abend. Auf der anderen Seite dürfte es wenige Bands geben, die wie die Band um Pete Townshend in der Lage sind, jede Hütte anzuzünden, in der sie auftreten. Doch "Pearl Jam" beweisen bei ihrem ersten Deutschland-Konzert einmal mehr, dass sie die ultimative Rockshow mühelos drauf haben.

Da ist zunächst einmal Vedder selbst, der Rockstar aus dem Bodybuilderbuch. Er sieht aus wie eine Mischung aus Erzengel und Heiligem Sebastian, windet sich wie von Pfeilen durchbohrt, brüllt, gibt den Schmerzensmann. Auf dem Bühnenbild Im Hintergrund brechen zwei riesige Wellen, und es sieht fast so aus, als sei Vedder es, der das Meer teilt. Doch bei allem Pathos wirkt er stets so, als könnte er im nächsten Augenblick sexy auf jeder Woge reiten.

Außerdem: Die Songs. "Pearl Jam" werden oft als "letzte verbliebene Superstars der Grunge-Ära" beschrieben - was nur teilweise stimmt. Nachdem sie anfänglich den Jammerlappen-Boom zu Beginn der 90er kräftig mitgestaltet hatten, wurde die Musik der Fünf aus Seattle zunehmend sperriger. An diesem Abend gefallen vor allem selten gespielte, Gitarren-getriebene Punk-Nummern wie "Whipping" und "Blood", die klingen, wie sie heißen.

Ein kleiner Wermutstropfen ist da, dass Mike McCready nun einmal Heavy-Metal-Gitarrist gelernt hat. Allzu oft spielt er hochvirtuose, aber gänzlich spannungsarme Sturzbach-Soli. Man könnte auch darüber streiten, ob sie die Antikriegs-Ballade "No More War", die Vedder solo klampft, nicht auf peinliche Naivität hin hätten abklopfen müssen.

Wen kümmert‘s? Die Hütte brennt, sie spielen die Hits "Alive" und "Better Man" - und als letzten Song tatsächlich "Baba O‘Riley" von "The Who". Ein Gruß gewiss: von Hüttenzündler zu Hüttenzündler. 

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