+
Bitte lächeln für die Kameras - Hündin Luna schaut eher traurig als begeistert. Aber keine Sorge: Das ist ihr typischer Blick. Weil sie weiß, dass dann mehr Trost-Leckerlis herausspringen.

In der Bavaria-Filmstadt

Hundecasting für "Sturm der Liebe": Luna will zum Film

  • schließen

München - 125 Hunde kamen mit ihren Herrchen in die Bavaria Filmstadt zum Casting für eine Rolle in „Sturm der Liebe“. Unsere Autorin hat mit ihrem Hund Luna mitgemacht.

Springen wäre jetzt gar nicht verkehrt. Luna möchte nicht. Wieso auch? Wer bald neun Jahre alt wird – rechnen Sie das mal in Menschenjahre um! –, hüpft nicht mehr auf Kommando auf irgendein herumstehendes Podest. Es sei denn natürlich, da liegen Leckerlis. Ein Satz, mit vier Pfoten gelandet. Brave Luna.

Es ist Hundecasting-Tag in der Bavaria Filmstadt. 125 Herrchen und Frauchen kommen nach Geiselgasteig, um zu zeigen, was ihr Burgl, ihre Lucy, ihr Simba, ihre Momo und wie sie noch alle heißen, können. Luna und ihr Frauchen müssen anerkennen: Es ist so Einiges. Dass die blonde Labradorhündin der Autorin dieser Zeilen überhaupt teilnehmen durfte, könnte man als Schiebung bezeichnen. Einen Artikel über solch ein Casting fand die Redaktion interessant. Klar, können wir machen. Aber nur, wenn Luna auch mitmachen darf. So schummelte sie sich durch die Vorauswahl. Und durfte gleich zum Casting kommen.

Jetzt bitte springen! Oder auch nicht. Da können Merkur-Redakteurin Katja Kraft und Hundetrainerin Michaela Jüstel noch so viel aufs Podest deuten.

Gesucht wird: ein Hund, der in einer Folge der Telenovela „Sturm der Liebe“ mitspielen soll. Die wird in der Filmstadt produziert. Unweit vom Studio 9, das an diesem Tag etwas anders aussieht als sonst. Drei „Casting-Ringe“ sind aufgebaut. Luna soll in Ring 1 zeigen, was sie kann. Nun ja, was kann sie eigentlich – außer niedlich schauen, um Guttis zu bekommen? Also das Standardprogramm: Sitz, Platz, Pfötchen geben. „Und welche Tricks beherrscht Luna noch?“, fragt Tiertrainerin Michaela Jüstel. Sie arbeitet bei „Renates Film-Tier-Ranch“. Das Team bildet Tiere dazu aus, beim Dreh das zu tun, was der Regisseur erwartet. Blick zu Luna, die schaut fragend zurück. „Luna, tot!“ Zack, wirft sie sich auf die Seite. So enthusiastisch ist selten jemand gestorben. Der Schwanz wackelt freudig weiter. Naja.

Doch die Trainerin hat Geduld. Hier kommen nicht nur die weiter, die besonders viel können. „Wichtig ist, wie der Hund auf fremde Menschen reagiert. Wenn er sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, dann können wir ihm die Tricks ja noch beibringen“, sagt sie. Und macht mit Luna gleich den Test. „Kommst du mit mir mit?“ Was für eine Frage! Unser Hund ist ja nicht dumm, hat doch längst die Leckerli-Tasche an Jüstels Gürtel entdeckt. Treu folgt sie ihr durch den Ring. Und das Frauchen lächelt stolz.

Die Siegerin: Hündin Kaszah mit Schauspielerin Isabella Hübner, an deren Seite sie in "Sturm der Liebe" zu sehen sein wird.

Es ist verrückt; ohne Ambitionen angereist, und dann vom Ehrgeiz gepackt worden: Sind Teddy und Mopsi, Lucky und Penelope auch noch so süß – jetzt soll Luna aber doch die Süßeste sein und weiterkommen. Kommt sie. Ganz ohne Schiebung. Weil sie brav war, geht’s zum Fotoshooting. Dumm nur, dass die Scheinwerfer irgendwie interessanter sind als die Kameras drum herum.

Das Rennen macht am Ende Kaszah. Hat sie verdient. Nicht nur, weil sie, das sei neidlos anerkannt, ebenfalls ungeheuer hübsch ist, und noch dazu eine Reihe Tricks auf Lager hat – Kaszah ist mit Herrchen und Frauchen extra von Hamburg angereist, geschlafen wurde im Auto. Ford Focus. Zu dritt. „Wir fanden es eine tolle Erfahrung für Kaszah. Dass sie die Rolle bekommen hat, überrascht uns total“, erzählt Timo Schwittay, 26, Student. Er und Freundin Julia Haupthoff üben täglich mit Kaszah. Die hat sogar schon in einem Werbespot mitgemacht. Was es für den Auftritt in „Sturm der Liebe“ gibt, das wissen die beiden gar nicht. Ist ihnen auch nicht wichtig. Eins wurde ihnen aber versprochen: Im Auto schlafen müssen sie nach dem Dreh nicht. Das wäre eines echten Filmstars ja aber nun auch wahrlich nicht würdig.

Ein Video des Castings finden Sie hier:

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Mut-Lacher
Mit „Monsieur Claude und seine Töchter“ gelang Philippe de Chauveron ein Riesenerfolg. Nun setzt de Chauveron einen drauf: In „Hereinspaziert!“ übernimmt Christian …
Der Mut-Lacher
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Sting hat in seinem Musikerleben Songs geschrieben, die heute noch so gut funktionieren wie 1983 oder 1995. Davon macht er in der Olympiahalle Gebrauch - und seine Fans …
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Im Lenbachhaus geht der Punk ab
Das Münchner Lenbachhaus zeigt in der Ausstellung „Normalzustand“ deutsche Undergroundfilme, die zwischen 1979 und den frühen Neunzigerjahren entstanden sind. 
Im Lenbachhaus geht der Punk ab
Zurück in die Zukunft
Berlin. Harrison Ford und Ryan Gosling stellen in Berlin Szenen ihres neuen Kinofilms „Blade Runner 2049“ vor.
Zurück in die Zukunft

Kommentare