"Ich bin fassungslos"

- Der Leiter des renommierten Windsbacher Knabenchors, Karl-Friedrich Beringer, hat sich in der Affäre um die angebliche Misshandlung von Chorsängern von der evangelischen Kirche nicht genug unterstützt gefühlt. Er hätte sich "in dieser schlimmen Zeit mehr öffentliche Solidarität leitender Organe meiner Kirche gewünscht", sagte Beringer dem "Sonntagsblatt - Evangelische Wochenzeitung für Bayern".

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg hatte nach der Anzeige der Mutter eines früheren Choristen gegen Beringer wegen Körperverletzung und Beleidigung ermittelt. Nach Überzeugung der Justiz hat er bei der Disziplinierung von Chorsängern jedoch keinerlei strafbare Handlung begangen. Die Ermittlungen wurden im Mai eingestellt."Ich bin immer noch fassungslos über die Art und Weise, wie einige Menschen aus meinem unmittelbaren Umfeld versucht haben, mich zu vernichten", so Beringer dem Blatt. "Anders kann ich das nach dem Studium von 900 der insgesamt 1700 Seiten Vernehmungsakten gar nicht sagen." Im Probenraum sei nun zu seinem Schutz eine Kamera installiert, "damit sich derartig unhaltbare Vorwürfe nicht noch einmal wiederholen können".Der Direktor des Studienheims des Windsbacher Knabenchores, Thomas Miederer, erklärte, die Affäre habe "unglaubliche Verwundungen" hinterlassen. Er hoffe nun auf einen inneren Klärungsprozess. Miederer beklagte ein gebrochenes Verhältnis der Kirche zum Begriff Elite. "Elite hat den Ruch, ,die wollen was Besseres sein’." Es gehöre aber zu den Grundsätzen evangelischer Erziehung, Talente zu schmieden.

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