"Ich knüpfte manche zarte Bande"

- Hundert Jahre und kein bisschen leise - Johannes Heesters auf Geburtstagstour. Nach privaten Feierlichkeiten und TV-Auftritten hat nun auch das Gärtnerplatztheater dem Jubilar gehuldigt, und das aus gutem Grund. Hat doch Heesters dort 1938 erstmals auf der Bühne gestanden und war dem Hause lange verbunden. Insbesondere in den 60er- und 70er-Jahren feierte er unter der Intendanz von Kurt Pscherer große Erfolge. Und seinen 80. und 85. verbrachte er dort jeweils am 5. Dezember, dem eigentlichen Geburtstag. Damals leitete Hellmuth Matiasek das Theater.

<P>Gestern setzte sich der amtierende Chef des Hauses, Klaus Schultz, zum Gespräch mit Jopie und seiner Frau Simone Rethel auf die Bühne. Umrahmt von Melodien aus Operette, Film und Musical, die Heesters einst selbst gesungen hatte oder die in Bezug zu ihm standen. Präsentiert von Ann-Katrin Naidu, Wolfgang Schwaninger, Adam Sanchez, Thorsten Frisch, Dirk Lohr, Cornelia Horak, Marianne Larsen, Gisela Ehrensperger und Gunter Sonneson, der charmant die Moderation übernahm. Für die Instrumentalbegleitung sorgten Andreas Lübke am Klavier sowie Stefan Telser und Raimund Müller an Bass und Schlagzeug. Allein über 3000 Mal hat Heesters den Grafen Danilo in Franz Lehárs "Lustiger Witwe" gesungen.</P><P>Unter den Gästen, die Klaus Schultz auf die Bühne bat, war Kunstminister Thomas Goppel, der Jopie als einen von 1,5 Millionen in Bayern lebenden Europäern würdigte. Beim Entgegennehmen der Glückwünsche und dem Plaudern mit Schultz verblüffte Jopie mit Präsenz und Witz. Abgesehen davon, dass ihm das Laufen schwer fällt und die Sehkraft nachlässt: Was seine Schlagfertigkeit anbelangt, ist der Hundertjährige unschlagbar. "Die Zeit ist eine Freundin die es gut mit mir meint", so der Jubilar über all das, was er in seinem Leben bisher erfahren durfte. </P><P>Krönender Abschluss war Heesters' eigener musikalischer Beitrag. Begleitet von seinem Pianisten Benjamin gab er mit kraftvoller Stimme Lieder zum Besten: "Ich knüpfte manche zarte Bande", "Erinnerung ist die Kraft meines Lebens", "Ich bin Gott sei Dank nicht mehr jung" und "Ich werde hundert Jahre alt". Standing Ovations und ein vollmundiges "Happy Birthday".<BR></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Mut-Lacher
Mit „Monsieur Claude und seine Töchter“ gelang Philippe de Chauveron ein Riesenerfolg. Nun setzt de Chauveron einen drauf: In „Hereinspaziert!“ übernimmt Christian …
Der Mut-Lacher
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Sting hat in seinem Musikerleben Songs geschrieben, die heute noch so gut funktionieren wie 1983 oder 1995. Davon macht er in der Olympiahalle Gebrauch - und seine Fans …
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Im Lenbachhaus geht der Punk ab
Das Münchner Lenbachhaus zeigt in der Ausstellung „Normalzustand“ deutsche Undergroundfilme, die zwischen 1979 und den frühen Neunzigerjahren entstanden sind. 
Im Lenbachhaus geht der Punk ab
Zurück in die Zukunft
Berlin. Harrison Ford und Ryan Gosling stellen in Berlin Szenen ihres neuen Kinofilms „Blade Runner 2049“ vor.
Zurück in die Zukunft

Kommentare